Griechischer Wein
Ein heißer schwüler Sommer auf einer griechischen Insel. Vier Frauen feiern den Junggesellinnenabschied von Helena. Sie sind Studienfreundinnen, alle aus besserem Hause bis auf Sophie. Sie lebt mit Greg in einer kleinen Wohnung und Greg möchte unbedingt ein Kind haben, was Sophie mißfällt, denn sie möchte ganz für ihre Kunst leben und hofft, eines Tages den großen Durchbruch zu schaffen. Die vier Frauen bleiben fünf Tage auf der Insel, bis dann die Männer nachkommen. Schon am ersten Tag verliebt sich Sophie in einen Griechen, den sie beim Schwimmen im Meer sieht. Er ist Kellner und die beiden fangen eine heiße Affäre an, wenn sie sich sehen, spürt man schon die knisternde Erotik, Sophie meint, dies verheimlichen zu können, doch die anderen Frauen wissen davon. Es beginnen Streitereien und dann kommen auch schon die Männer, aber Sophie kann von ihrem Griechen nicht lassen. Nebenbei macht sie von ihrer Freundin Allesia ein Aktgemälde, vielleicht die Chance, als Künstlerin anerkannt zu werden. Es wird viel getrunken, man nimmt Drogen und bald eskaliert die Stimmung. In Sophie wächst der Wunsch, sich von Greg zu trennen und sie hat aber ihre Zweifel. Die Autorin beschreibt die Stimmungen derart wirklichkeitsnah, man spürt den Streit, das Mißtrauen und die untérschwellige Angst. Das Meer, die Taverne, das griechische Essen, die träge Hitze detailgetreuer und mit ganz besonderen Worten können wir uns diesem Flair nicht entziehen. Die ruhige Sprache, die treffenden Worte, die Kapitel ziehen in gelassener Weise vorbei. Hier werden ganz besondere Themen angeschnitten wie soziale Unterschiede, die Kunst, Erotik, Elternschaft und Behinderung. Ganz besonders sind zwischen den einzelnen Kapitel die Einschübe realistischer Malerinnen und deren Werke. Ein Buch, das sehr intensiv ist und viel zum Nachdenken anregt. Das Cover zeigt den Ausschnitt eines Pools und die Füße einer Frau.