Interessante Ideen, aber nicht ganz mein Buch
Fünf Tage im Licht hat bei mir ziemlich gemischte Gefühle hinterlassen. Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich einige Aspekte wirklich mochte, während andere dafür gesorgt haben, dass ich nie komplett in die Geschichte eintauchen konnte. Gerade die Themen fand ich originell und wichtig, die Umsetzung hat mich jedoch leider nicht vollständig abgeholt.
Wir begleiten die Malerin Sophie aus der Ich-Perspektive, die gemeinsam mit ihren Freundinnen ein paar Tage auf einer Insel verbringt. Zwischen den eigentlichen Kapiteln gibt es immer wieder Abschnitte, in denen Kunstwerke beziehungsweise die Künstlerinnen direkt angesprochen werden. Die Erzählerin spricht die Malerinnen mit "du" an und erzählt von ihrem Leben, den Umständen, unter denen die Werke entstanden sind, und den Geschichten hinter den Bildern.
Gerade als Hörbuch hat mich das am Anfang allerdings unglaublich verwirrt, das ist im Buch wahrscheinlich einfacher nachzuvollziehen. Ich wusste häufig gar nicht, was gerade passiert oder warum plötzlich diese Perspektive gewechselt wird. Die Übergänge waren für mich nicht immer klar genug und ich musste mehrfach zurückspulen, weil ich zunächst gar nicht verstanden habe, welchen Bezug diese Passagen zur eigentlichen Handlung haben. Erst später habe ich mich daran gewöhnt und konnte den Mehrwert besser erkennen. Im Nachhinein fand ich diese Einschübe sogar ganz interessant, weil sie den Blick auf verschiedene Künstlerinnen und ihre Lebensgeschichten erweitern. Einige der erwähnten Malerinnen kannte ich vorher gar nicht und war danach tatsächlich neugierig, mehr über sie zu erfahren.
Grundsätzlich beschäftigt sich das Buch mit Themen wie weiblicher Selbstbestimmung, der Lust von Frauen, Selbstfindung und der Rolle der Frau in der Kunst. Genau diese Themen haben mir wirklich gefallen. Immer wieder gibt es Sätze oder Gedanken, die zum Nachdenken anregen und die ich sehr gelungen fand. Auch das Setting hat mir richtig gut gefallen. Die sommerliche Atmosphäre war für mich jederzeit spürbar. Das Schwimmen, die Insel, Sommerkleider und die allgemeine Leichtigkeit dieser Tage haben eine schöne Stimmung erzeugt und konnten mich immer wieder abholen.
Was mir dagegen deutlich schwerer gefallen ist, war der Erzählstil. Die Handlung kommt insgesamt eher schleppend voran und Sophie erzählt ihre Geschichte oft so, als würde sie in einem Tagebuch auf ihr Leben zurückblicken. Dabei springt sie ständig zwischen verschiedenen Zeitpunkten hin und her. Plötzlich befindet sie sich viele Jahre in der Zukunft, erzählt in wenigen Sätzen, was später einmal passieren wird, und kurz darauf sind wir wieder auf der Insel. Im Hörbuch war das manchmal ziemlich verwirrend. Wäre nicht immer wieder erwähnt worden, wie alt Sophie gerade ist, hätte ich häufig gar nicht gewusst, in welcher Zeitebene ich mich befinde. Vor allem fand ich schade, dass dadurch viele wichtige Entwicklungen und Ereignisse einfach vorweggenommen werden. Ich hätte diese Momente viel lieber gemeinsam mit Sophie erlebt, anstatt sie nur in wenigen Sätzen erzählt zu bekommen. Dadurch ging für mich einiges an emotionaler Wirkung verloren.
Was ich dem Buch allerdings sehr zugutehalten muss, ist die Charakterzeichnung. Sophie ist keine perfekte Protagonistin. Sie trifft Entscheidungen, die anderen wehtun, verhält sich manchmal egoistisch oder verletzend und macht Fehler. Trotzdem konnte ich ihre Gedanken oft nachvollziehen. Gerade dieses Unperfekte hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Statt einer makellosen Hauptfigur bekommt man hier einen Menschen mit Ecken und Kanten, bei dem man sich selbst immer wieder fragt, ob man ihre Entscheidungen nachvollziehen kann oder eben nicht. Das fand ich sehr gelungen.
Mein Fazit:
Letztendlich hat mich Fünf Tage im Licht trotzdem nicht vollständig überzeugt. Ich mochte die Themen, die Denkanstöße und auch viele der Figuren. Die Erzählweise mit ihren vielen Zeitsprüngen sowie die Tatsache, dass wichtige Entwicklungen oft nur erzählt statt erlebt werden, haben für mich jedoch dafür gesorgt, dass ich emotional auf Abstand geblieben bin
Ein Roman mit spannenden Themen, einer glaubwürdigen Hauptfigur und einer schönen sommerlichen Atmosphäre, dessen ungewöhnlicher Erzählstil und die vielen Gedanken bzw. Zeitsprünge für mich jedoch mehr Distanz als Nähe geschaffen haben.
Wir begleiten die Malerin Sophie aus der Ich-Perspektive, die gemeinsam mit ihren Freundinnen ein paar Tage auf einer Insel verbringt. Zwischen den eigentlichen Kapiteln gibt es immer wieder Abschnitte, in denen Kunstwerke beziehungsweise die Künstlerinnen direkt angesprochen werden. Die Erzählerin spricht die Malerinnen mit "du" an und erzählt von ihrem Leben, den Umständen, unter denen die Werke entstanden sind, und den Geschichten hinter den Bildern.
Gerade als Hörbuch hat mich das am Anfang allerdings unglaublich verwirrt, das ist im Buch wahrscheinlich einfacher nachzuvollziehen. Ich wusste häufig gar nicht, was gerade passiert oder warum plötzlich diese Perspektive gewechselt wird. Die Übergänge waren für mich nicht immer klar genug und ich musste mehrfach zurückspulen, weil ich zunächst gar nicht verstanden habe, welchen Bezug diese Passagen zur eigentlichen Handlung haben. Erst später habe ich mich daran gewöhnt und konnte den Mehrwert besser erkennen. Im Nachhinein fand ich diese Einschübe sogar ganz interessant, weil sie den Blick auf verschiedene Künstlerinnen und ihre Lebensgeschichten erweitern. Einige der erwähnten Malerinnen kannte ich vorher gar nicht und war danach tatsächlich neugierig, mehr über sie zu erfahren.
Grundsätzlich beschäftigt sich das Buch mit Themen wie weiblicher Selbstbestimmung, der Lust von Frauen, Selbstfindung und der Rolle der Frau in der Kunst. Genau diese Themen haben mir wirklich gefallen. Immer wieder gibt es Sätze oder Gedanken, die zum Nachdenken anregen und die ich sehr gelungen fand. Auch das Setting hat mir richtig gut gefallen. Die sommerliche Atmosphäre war für mich jederzeit spürbar. Das Schwimmen, die Insel, Sommerkleider und die allgemeine Leichtigkeit dieser Tage haben eine schöne Stimmung erzeugt und konnten mich immer wieder abholen.
Was mir dagegen deutlich schwerer gefallen ist, war der Erzählstil. Die Handlung kommt insgesamt eher schleppend voran und Sophie erzählt ihre Geschichte oft so, als würde sie in einem Tagebuch auf ihr Leben zurückblicken. Dabei springt sie ständig zwischen verschiedenen Zeitpunkten hin und her. Plötzlich befindet sie sich viele Jahre in der Zukunft, erzählt in wenigen Sätzen, was später einmal passieren wird, und kurz darauf sind wir wieder auf der Insel. Im Hörbuch war das manchmal ziemlich verwirrend. Wäre nicht immer wieder erwähnt worden, wie alt Sophie gerade ist, hätte ich häufig gar nicht gewusst, in welcher Zeitebene ich mich befinde. Vor allem fand ich schade, dass dadurch viele wichtige Entwicklungen und Ereignisse einfach vorweggenommen werden. Ich hätte diese Momente viel lieber gemeinsam mit Sophie erlebt, anstatt sie nur in wenigen Sätzen erzählt zu bekommen. Dadurch ging für mich einiges an emotionaler Wirkung verloren.
Was ich dem Buch allerdings sehr zugutehalten muss, ist die Charakterzeichnung. Sophie ist keine perfekte Protagonistin. Sie trifft Entscheidungen, die anderen wehtun, verhält sich manchmal egoistisch oder verletzend und macht Fehler. Trotzdem konnte ich ihre Gedanken oft nachvollziehen. Gerade dieses Unperfekte hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Statt einer makellosen Hauptfigur bekommt man hier einen Menschen mit Ecken und Kanten, bei dem man sich selbst immer wieder fragt, ob man ihre Entscheidungen nachvollziehen kann oder eben nicht. Das fand ich sehr gelungen.
Mein Fazit:
Letztendlich hat mich Fünf Tage im Licht trotzdem nicht vollständig überzeugt. Ich mochte die Themen, die Denkanstöße und auch viele der Figuren. Die Erzählweise mit ihren vielen Zeitsprüngen sowie die Tatsache, dass wichtige Entwicklungen oft nur erzählt statt erlebt werden, haben für mich jedoch dafür gesorgt, dass ich emotional auf Abstand geblieben bin
Ein Roman mit spannenden Themen, einer glaubwürdigen Hauptfigur und einer schönen sommerlichen Atmosphäre, dessen ungewöhnlicher Erzählstil und die vielen Gedanken bzw. Zeitsprünge für mich jedoch mehr Distanz als Nähe geschaffen haben.