Körper, Kunst und Kinderkriegen
"Ich glaube nicht, dass eine Frau sich verliert, wenn sie Kinder bekommt; es ist eher so, dass es niemanden gibt, der die Aufgabe übernehmen will, sie zu retten, wenn sie anfängt unterzugehen." (S. 258)
Als absolute Kunst-Liebhaberin, hat mich der Roman wirklich sehr begeistert. Viele weibliche Künstlerinnen aus verschiedenen Epochen werden hier mit ihren Werken genannt und in ihren Einstellungen mit dem Leben der Protagonistin Sophie (selbst Künstlerin) in Beziehung gesetzt.
Im Roman setzt sich die Hauptfigur viel mit dem gesellschaftlichen / männlich-geprägten Blick auf weibliche Körper auseinander und wie dadurch auch Frauen selbst beginnen, ihren eigenen Körper sowie auch den anderer Frauen zu bewerten und mit kritischen Blick zu betrachten.
"Die Abwertung war ein Seelentröster, eine Methode der psychologischen Selbstbeschwichtigung, die ich schon früh im Leben entwickelt hatte, um die Schönheit, das Talent oder die Errungenschaften anderer Frauen für mich erträglich zu machen." (S.24)
Sophie befindet sich in einer Beziehung in der ihr immer weiter ihr Ich-Sein und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse aberkannt oder nicht ernst genommen werden, da sich ihr Partner Greg Kinder wünscht. Obwohl er weiß, dass Sophie keine Kinder möchte, setzt er sie diesbezüglich massiv unter Druck und kontrolliert, dass sie (durch z.B. Verbot von rauchen und Alkoholkonsum) ihren Körper möglich gesund hält. Sie selbst distanziert sich emotional dadurch immer weiter von ihm und beginnt im Jungesellinnen-Urlaub einer Freundin auf Griechenland eine Affäre mit einem Kerl namens Ky.
Ich schätze an dem Buch extrem die kritischen Auseinandersetzung mit dem Prozess des Alters und dem damit auch einhergehenden Verlust von freundschaftlichen Beziehungen. Dass man beobachtet, wie Freundinnen in ungesunden Beziehungen in ihr Verderben laufen und man nur unbeteiligt daneben stehen kann. Dieses Gefühl, eine Freundin / eine Schwester durch die Finger gleiten zu sehen und zu beobachten, wie sie nach und nach ihre eigenen Werte für die Beziehung zu einem Mann und für die Erfüllung der traditionellen Rolle vergisst, kenne ich nur zu gut. Ich habe mich demnach sehr in den Gedankengängen von Sophie wiedergefunden.
"Manche Beziehungen sind allen außer den Leuten, die sie führen, ein Rätsel."
Das Ende des Buches hat mich dann aber ehrlicherweise etwas enttäuscht. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber eine ganz bestimmte Entwicklung am Ende des Buches, hätte es für mich absolut nicht im Kontext der Gesamtprämisse des Buches gebraucht. Das hat leider einen leicht faden Beigeschmack hinterlassen, obwohl ich das Buch ansonsten wirklich sehr gelungen finde.
Als absolute Kunst-Liebhaberin, hat mich der Roman wirklich sehr begeistert. Viele weibliche Künstlerinnen aus verschiedenen Epochen werden hier mit ihren Werken genannt und in ihren Einstellungen mit dem Leben der Protagonistin Sophie (selbst Künstlerin) in Beziehung gesetzt.
Im Roman setzt sich die Hauptfigur viel mit dem gesellschaftlichen / männlich-geprägten Blick auf weibliche Körper auseinander und wie dadurch auch Frauen selbst beginnen, ihren eigenen Körper sowie auch den anderer Frauen zu bewerten und mit kritischen Blick zu betrachten.
"Die Abwertung war ein Seelentröster, eine Methode der psychologischen Selbstbeschwichtigung, die ich schon früh im Leben entwickelt hatte, um die Schönheit, das Talent oder die Errungenschaften anderer Frauen für mich erträglich zu machen." (S.24)
Sophie befindet sich in einer Beziehung in der ihr immer weiter ihr Ich-Sein und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse aberkannt oder nicht ernst genommen werden, da sich ihr Partner Greg Kinder wünscht. Obwohl er weiß, dass Sophie keine Kinder möchte, setzt er sie diesbezüglich massiv unter Druck und kontrolliert, dass sie (durch z.B. Verbot von rauchen und Alkoholkonsum) ihren Körper möglich gesund hält. Sie selbst distanziert sich emotional dadurch immer weiter von ihm und beginnt im Jungesellinnen-Urlaub einer Freundin auf Griechenland eine Affäre mit einem Kerl namens Ky.
Ich schätze an dem Buch extrem die kritischen Auseinandersetzung mit dem Prozess des Alters und dem damit auch einhergehenden Verlust von freundschaftlichen Beziehungen. Dass man beobachtet, wie Freundinnen in ungesunden Beziehungen in ihr Verderben laufen und man nur unbeteiligt daneben stehen kann. Dieses Gefühl, eine Freundin / eine Schwester durch die Finger gleiten zu sehen und zu beobachten, wie sie nach und nach ihre eigenen Werte für die Beziehung zu einem Mann und für die Erfüllung der traditionellen Rolle vergisst, kenne ich nur zu gut. Ich habe mich demnach sehr in den Gedankengängen von Sophie wiedergefunden.
"Manche Beziehungen sind allen außer den Leuten, die sie führen, ein Rätsel."
Das Ende des Buches hat mich dann aber ehrlicherweise etwas enttäuscht. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber eine ganz bestimmte Entwicklung am Ende des Buches, hätte es für mich absolut nicht im Kontext der Gesamtprämisse des Buches gebraucht. Das hat leider einen leicht faden Beigeschmack hinterlassen, obwohl ich das Buch ansonsten wirklich sehr gelungen finde.