Künstlerisch und inhaltlich wertvoll!

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„Fünf Tage im Licht“. Fünf Tage, in denen die Freundinnen Sophie, Helena, Iris und Alessia ein letztes Mal unter sich sein werden, bevor Helena heirat und die Männer auf die griech. Insel Sifnos zum „Junggesellinnenabschied“ nachreisen werden. Fünf Tage, ausgelassene Stimmung, ambivalente Freundschaft und eine Affäre, die nicht nur Alles eskalieren lässt, sondern auch das Leben von Malerin Sophie nachhaltig verändern wird. Wobei sich das zentrale Thema von Autorin Rhiannon Lucy Cosslett auf Feminismus und die Frage nach Mutterschaft ausrichtet, das sie eindrucksvoll mit Kunst verbindet und aufarbeitet.

Als kunstbegeisterter Mensch hat mich die Herangehensweise der Autorin an dieses Thema absolut fasziniert und sofort eingefangen. Zu Beginn eines jeden Kapitels widmet sich Sophie einem weiblichen Aktbild, aus den unterschiedlichsten Epochen, auf dem sich eine Künstlerin selbst abbildet und tritt mit ihnen gedanklich in Interaktion, indem sie über deren Schaffen, Leben, weibliche Rolle und Mutterschaft philosophiert und sich mit ihnen in Bezug setzt. Ich habe mir sowohl die Künstlerinnen, als auch die besprochenen Werke herausgeschrieben und sie zeitgleich mit Sophie betrachtet. Da ich das Hörbuch gehört habe, lies sich das wunderbar umsetzen und hat sich angefühlt wie spannender „Kunstunterricht“, der mich auf bereichernde Künstlerinnen aufmerksam gemacht hat, durch den lockeren Schreibstil jedoch nicht belehrend herüber kam, sondern eher zu weiteren Nachforschungen motiviert hat.

Insgesamt hat mir der Schreibstil, mit seinen bildhaften Beschreibungen wahnsinnig gut gefallen. Ich konnte die Sonne Griechenlands und das türkisklare Wasser geradezu auf der Haut spüren, die Meze schmecken und die in der Lust liegende Anspannung flirren hören.
Die unterschiedlichen Charaktere sind so authentisch dargestellt, dass es leicht fällt sich in sie hinein zu fühlen und ihnen zu folgen. Davon abgesehen, hat Sprecherin Henriette Schreurs ihre Sache mal wieder wahnsinnig gut gemacht - es war einfach ein Genuss ihren Worten und natürlich auch der Story bei herrlichem Sonnenschein zu folgen!

Fazit: Aufgrund der vielfachen Auseinandersetzung mit diversen Künstlerinnen, Kunst & Co. sollte man dieser schon zugetan oder zumindest offen und neugierig sein. Mich persönlich haben Thema und Umsetzung absolut abgeholt und „Fünf Tage im Licht“ zu einem nachhaltigen Jahreshighlight gemacht!