Malerin, Freundin, Geliebte...

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… nach diesem Urlaub wird Sophie nur noch eines davon sein! Zehn Tage verbringen die vier Freundinnen Sophie, Helena, Alessia und Iris zur Vorbereitung auf Helenas Hochzeit im Ferienhaus von Alessias Eltern auf einer griechischen Insel. Fünf Tage haben die Mädels dabei für sich, danach kommen die Partner dazu und am Ende des Urlaubs wird nichts mehr so sein, wie es mal war.

Zu Beginn eines jeden Kapitels steht die Betrachtung eines weiblichen Aktes und wir erfahren Sophies Gedanken zu dem jeweiligen Kunstwerk und auch einen Teil aus ihrem weiteren Leben nach diesem Urlaub. Diesen Kniff der Autorin fand ich sehr beeindruckend, denn das Buch vermittelt so zugleich wichtige Aspekte der Kunstgeschichte aus einem feministischen Blick und lässt uns ein wenig in Sophies Zukunft schauen.

Das Buch selbst beginnt und endet mit Gedanken zu (ungewollter) Mutterschaft, einem zentralen Thema des Buches, denn Sophie fühlt sich von ihrem Partner wegen dessen vehementem Kinderwunsch unter Druck gesetzt. Die Zeit allein unter der heißen Sonne Griechenlands, schwimmend im Meer genießt sie daher sehr. Und auch der Flirt mit dem Kellner Ky gibt ihr einen anderen Blick auf ihr Leben. Aus dem Flirt entwickelt sich mehr. Und obwohl sie weiß, dass sie gegenüber ihrem Freund Greg ein schlechtes Gewissen haben müsste, kommt sie mit dieser Affäre wieder näher zu sich, zu ihrem Dasein als Künstlerin und ihrer Attraktivität als Frau, ohne dabei auf ihre Gebärfähigkeit reduziert zu werden. Gleichzeitig arbeitet sie an einem Porträt ihrer Freundin Alessia und auch das gibt ihr Zutrauen in ihren eigenen Ausdruck als Künstlerin, als Erschafferin.

Dann kommen die Männer auf die Insel und alles wird kompliziert. Widerstreitende Gefühle, Sorgen um Helena und ihren beinahe Ehemann und eine Enthüllung, die alles vorher gewesene in Frage stellt, werfen Sophie am letzten gemeinsamen Abend so richtig aus der Bahn. Die ganze Situation eskaliert und nur eine Person hält zu ihr!

Das Ende bzw. diese Eskalation kam mir sehr kurz vor. Obwohl Sophie auf sehr unangenehme und erniedrigende Weise provoziert wird, bleiben die Reaktionen der anderen Frauen darauf im Unklaren. Selbst Sophie scheint zu akzeptieren, wie nun alles endet. So kritisch sich das Buch also einerseits mit tradierten Rollenbildern und Klischees von Mutterschaft (insbesondere von Künstlerinnen) auseinander setzt, so wenig hinterfragt es leider die Emanzipation von Klasse, Herkunft und Chancen. Mit kleineren Abstrichen war es dennoch ein sehr interessantes und lehrreiches Lesevergnügen, das einen Zugang zum Feminismus in der Kunstwelt bietet. Es ist daher das perfekte Buch für alle, die sich näher mit weiblicher Kunst und Mutterschaft beschäftigen wollen.