Mehr als nur eine leichte Sommerlektüre

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
bücherwurm<3 Avatar

Von

Fünf Tage im Licht hat 304 Seiten. Es ist eine Hardcover Ausgabe mit Lesebändchen. Auf der Vorderseite sieht man ein Stück Pool und ein Frauenbein, eine Sonnenbrille und ein kühles Getränk. Etwas Typisches für eine leichte Sommerlektüre. Es strahlt eine träge Urlaubsstimmung aus. Nun ist die Geschichte komplett anders, als ich gedacht hätte und, als das Cover es zeigt.
Es ist viel tiefgründiger und spannender, die Autorin nimmt uns mit auf eine besondere zwischenmenschliche Reise. Dazu wird dem Leser noch ein wenig Kunstgeschichte dargeboten, ein besonderes Highlight für mich persönlich. Die Autorin hat mit diesem Buch etwas tolles erschaffen.
Es ist ein heißer Sommer in Griechenland. Die Malerin Sophie verbringt ihre Zeit mit ihren drei Freundinnen auf der Insel Sifnos. Eine von ihnen wird bald heiraten, es ist die letzte gemeinsame Zeit, es ist ein Jungesellinenabschied der besonderen Art. Dafür sind die Freundinnen ihr sehr dankbar und genießen die Zeit in vollen Zügen. In fünf Tagen sollen die Partner noch dazu kommen. Sophie genießt die Zeit ohne Greg, der sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck setzt. Sie geht jeden Morgen früh im Meer schwimmen. Da begegnet sie dem Kellner Ky. Beide finden sich auf Anhieb nett und führen sich zueinander hingezogen. Eine Affäre beginnt. Ky hatte schon vor Jahren etwas mit einer der Freundinnen, Allesia, werden sie jetzt Rivallinen, wenn es zu offensichtlich wird oder bleibt das ein kleines Geheimnis? Sophie kann die Situation nicht einschätzen und verliert sich in dem Gefühlchaos. Unterdessen arbeitet sie zusammen mit Allesia an einem Aktporträt. Auch in der Hinsicht sind die beiden auf einmal sich nicht einig, Unstimmigkeiten kommen zu Vorschein, und die beiden geraten in Gespräche mit unterschiedlichen Meinungen.
Der Schreibstil leicht und flüssig, das Erzählte wird sehr intensiv und bildhaft dargeboten. Es werden viele Emotionen und Gefühle wach. Die Autorin beschreibt viele Themen, die in der heutigen Zeit viele junge Frauen beschäftigen. Hier einige die besonders Platz in der Geschichte eingenommen haben: Neid, unterschwellige Konflikte, Freundschaft, Konkurrenz, Mutterrolle, Ehefrau werden, Selbstfindung, Behinderung, Unterdrückung, Ungleichheit, dominante Dynamik zwischen den Freundinnen, Auseinandersetzung mit Kunst. Jede der vier Frauen ist ein Individuum und die sind sehr unterschiedlich, trotzdem sind sie befreundet. Sophie ist eine starke, selbstbewusste Protagonistin. Sie hat klare Ziele vor Augen, die strebt sie auch an, die Wertschätzung steht für sie im Vordergrund. Sie fand ich als Charakter am stärksten. Das Ende kam für mich ein wenig überraschend, habe mir es ehrlich etwas anders erhofft. Trotzdem fand ich es gut gelungen.
Es ist nicht ein Roman den man schnell liest, man braucht Zeit, ein wenig Ruhe, um nachzudenken und zu reflektieren. Insgesamt hat es mir ziemlich gut gefallen, deshalb vergebe ich 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.