Mehr Kunstroman als Sommerdrama

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apfelmaus Avatar

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Ich hatte bei „Fünf Tage im Licht“ erst mit einem eher klassischen Sommerroman gerechnet, wurde dann aber überrascht, wie viel mehr eigentlich darin steckt. Die Geschichte entwickelt sich ruhig und fast schwebend, lebt weniger von Spannung als von Atmosphäre, inneren Konflikten und den Themen, die zwischen den Zeilen liegen.

Besonders interessant fand ich die Auseinandersetzung mit Kunst, weiblichem Begehren, Mutterschaft und der Frage, ob kreatives Schaffen und Familienleben wirklich vereinbar sind. Auch Themen wie Bodyshaming oder die Rolle der Frau als Objekt in der Kunst wurden immer wieder aufgegriffen, ohne aufgesetzt zu wirken.

Allerdings habe ich etwas gebraucht, um richtig in die Geschichte hineinzufinden. Die Figuren bleiben anfangs eher auf Distanz und die emotionale Verbindung kam bei mir erst nach und nach. Gerade dadurch hat sich das Hörbuch aber fast wie ein langsames Eintauchen angefühlt. Die Atmosphäre der griechischen Insel ist dabei unglaublich gut eingefangen – diese Hitze, das Träge, das Gefühl, dass sich etwas verändert, obwohl äußerlich gar nicht so viel passiert.

Henriette Schreurs hat das Hörbuch sehr angenehm gesprochen. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass mir manche kunstbezogenen Passagen als Print sogar noch besser gefallen hätten.

Für mich deutlich tiefgründiger als erwartet und eher ein atmosphärischer Roman über Lebensentwürfe und weibliche Selbstbestimmung als ein leichter Sommerroman.