Sommer, Begehren und brüchige Freundschaften in Griechenland

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mrs.may.reads Avatar

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Die Geschichte begleitet einen Junggesellinnenabschied in Griechenland: fünf Tage nur die Frauen, bevor am sechsten Tag die Männer dazustoßen. Anfangs erwartete ich den Fokus stärker auf der Gruppendynamik, doch dieser rückt im Verlauf etwas in den Hintergrund, besonders als Sophie Ky begegnet und sich der Schwerpunkt auf die intensive, körperlich geprägte Anziehung zwischen den beiden verschiebt.

Zwischen flirrender Hitze, gutem Essen, glitzerndem Meer und tiefgehenden Gesprächen entsteht eine aufgeladene Stimmung, die immer wieder kippt. Die Dynamik innerhalb der Mädelsgruppe wirkt dabei oft schwierig und unterschwellig toxisch, mit Momenten, in denen man sich fragt, ob man so mit Freundinnen spricht.

Eingestreute Kapitel über reale Kunstwerke, Fotografien und Darstellungen des weiblichen Körpers schaffen eine zusätzliche Ebene. Da Sophie selbst künstlerisch aktiv ist, ergibt sich ein stimmiges Zusammenspiel aus Kunst, Körperbild und Identität, das ihre Entwicklung gut widerspiegelt.

Der Schreibstil ist direkt und offen, die expliziteren Szenen präsent, aber passend zur Geschichte. Insgesamt eine intensive Sommerlektüre mit starkem Setting, viel Atmosphäre und Themen rund um Begehren, Beziehungen und Selbstfindung auch wenn ich mir etwas mehr Fokus auf die Freundschaftsdynamik gewünscht hätte.