Sommerlektüre mit Tiefgang

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gigio Avatar

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Mit „Fünf Tage im Licht“ ist der Autorin ein wirklich schöner Sommerroman gelungen, der dennoch einige kleinere Abstriche bei mir bekommen hat.
Die Story selbst spielt sich innerhalb einer Woche, dem Junggesellinnenabschied einer der Freundinnen, die eine zentrale Rolle einnehmen, im malerischen Griechenland ab. Zwischen Sonne, Feiern und Urlaubsgefühlen kommt es zu emotionalen Auseinandersetzungen bei Sophie, der Protagonistin. Diese ist eine Künstlerin, die bisher noch nie wirklich Fuß fassen konnte, den großen Traum der Malerei als Lebenswerk aber nicht aufgibt. Inmitten dieses Lebenstraums muss sie sich mit ihren Träumen, dem Thema Kinderwunsch und Freundschaft auseinandersetzen und Entscheidungen treffen.
Vor allem die Themen Mutterschaft und Kinderwunsch spielen eine zentrale Rolle und werden mit modernen feministischen Gedanken verwoben.
Durch diese Themen erhält das Buch eine Tiefe, die man bei dem tollen Cover gar nicht erwarten würde. Das verspricht eher einen lockeren Sommerroman. Das Buch ist jedoch mehr als das, auch wenn eine Sommerromanze nicht fehlt und eine ebenso große Rolle einnimmt. Diese ist leider schon ein bisschen zu klischeehaft dargestellt, wenngleich sie den Roman durchaus auflockert.
Alles in allem lässt sich der Roman gut lesen, ist für mich jedoch kein Pageturner im klassischen Sinn. Vielmehr habe ich nach den Kapiteln Pausen eingelegt und habe die Themen auf mich wirken lassen. Das lag nicht nur an der Schwere der Themen, sondern auch daran, dass die Story vor sich hin plätscherte und ich immer darauf wartete, dass noch etwas passiert.

Gut gefallen haben mir allerdings die Darstellungen zu den Werken berühmter Künstlerinnen, die ebenfalls die Themen Mutterschaft behandelt haben. So wurde das Thema auch immer noch in anderen Perspektiven aufgegriffen.

Insgesamt ein wirklich schöner Sommerroman mit Tiefgang, der für mich jedoch die beschriebenen Abstriche hatte. Vor allem die Darstellung der Affäre von Sophie und Ky passte für mich stimmig nicht zum modernen Feminismus der Protagonistin, zumal mir der Kellner in Griechenland als Objekt der Begierde, der alles in Frage stellt, etwas zu plakativ war.

3,5 von 5 ⭐️ gibt es für
- ein wirklich tolles Cover
- Stilistisch tolle Kapitelunterbrechungen durch die Beschreibung der Künstlerinnen und ihrer Werke
- Tiefe Themen, wie Mutterschaft und Rollenbilder, die mich auch nachhaltig angesprochen haben und mich zum reflektieren anregten, aber auch dazu beitrugen, dass ich sehr lange zum lesen brauchte