Unter der Sonne Griechenlands

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mandel61118 Avatar

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Das sommerliche Cover gibt einen guten Vorgeschmack auf das Buch, das im sommerlichen Griechenland spielt. Die Autorin versteht es hervorragend, ihre Leserschaft in den Bann der heißen, fast unwirklich schönen Szenerie zu ziehen. Diese Stimmung hat mich sofort gefesselt.
Die erfolglose Künstlerin Sophie ist keine einfache Protagonistin, die man eben mal ins Herz schließt. Sie ist ein komplizierter Mensch, macht sich viele Gedanken über ihre Freundinnen, mit denen sie im Rahmen eines Junggesellinnenabschied auf die griechische Insel gereist ist. Sie gehört einer anderen, ärmeren gesellschaftlichen Klasse an als die anderen, vergleicht viel, denkt über Chancen und Ungleichheit im Leben nach. Die erste Hälfte des Urlaubs sind die Frauen allein, dann reisen ihre Freunde an. Bevor Sophies Lebensgefährte Greg in Griechenland ankommt, geht Sophie eine kopflose Affäre mit dem attraktiven Griechen Ky ein, der früher etwas mit ihrer Freundin Alessia hatte.
Die Schilderung dieser atemlosen Affäre lässt beim Lesen ein Gefühl der Unruhe zurück. Immer ist da dieser Gefahrenmoment – merken ihre Freundinnen etwas von ihrem geheimen Treiben, kann sie es vor Greg verheimlichen?
Das Buch lebt vorrangig von der Stimmung, der Hitze, der trägen Atmosphäre am Pool. Die angerissenen Themen beleuchten die Freundschaften der ungleichen Frauen untereinander, ihre Vorbehalte einander gegenüber, Vorstellungen, die sie vom Leben haben – Mutterschaft oder nicht, Heiraten oder nicht. Ein tiefgründiger Sommerroman mit prägnantem Ende.