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bookworld91 Avatar

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Hitzige Sommertage. Ein Urlaub mit alten Freundinnen. Und ein Kellner, der Sophie den Kopf verdreht. Das ist die Ausgangslage in „Fünf Tage im Licht.“

Künstlerin Sophie und ihre Studienfreundinnen reisen auf eine griechische Insel. Dort verliebt sich Sophie in Kellner Ky. Regelmäßig treffen sie sich und beginnen eine Affäre. Obwohl Greg, Sophies Freund, wenige Tage später nachreist…

Dieses Buch ist deutlich mehr als ein Sommerroman. Zahlreiche relevante Themen werden behandelt und mehr oder weniger offen kritisiert. Hierbei ist die ruhige, bildhafte Sprache hilfreich. So kann ich mir nicht nur das traumhafte Setting vorstellen, sondern auch Sophies Gedankengänge nachvollziehen.

So zum Beispiel ihre Gedanken zur sozialen Ungleichheit in der Freundesgrupppe. Die anderen Frauen haben mehr oder weniger reiche Eltern und stehen finanziell abgesichert da. Sophie und Greg leben in einer kleinen Zweizimmerwohnung zur Miete. Sophie schildert zahlreiche Situationen, in denen diese Ungleichheit deutlich wird (am Flughafen oder in Erinnerungen).

Was die Protagonistin auch deutlich macht ist das Gefühl des weiblichen Körpers. Ky geht im Gegensatz zu Greg auf ihr sexuelles Verlangen ein. Dieses Gefühl des Abenteuers wird in Beziehungen oft nicht respektiert.

Schließlich steht auch die Care Arbeit (Kinder, Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige) in der Kritik. Sophie hat eine Angehörige, die Pflege und Betreuung braucht- doch wird aus ihrer Sicht zu wenig dafür bezahlt. Ihre Kritik geht so weit, dass sie keine Kinder will.

Ihre Gedankengänge zeichnen das Bild einer toughen, selbstbewussten Frau, die klare Ziele und Werte hat. Ich kann mich gut in Sophie hineinversetzen und schätze sie als Protagonistin sehr.

Was mich an den Roman ein wenig gestört hat ist das abrupte Ende. Ich war nicht wirklich darauf vorbereitet und einige Fragen werden offen bleiben. Nichtsdestotrotz erhält dieser wichtige Roman fünf Sterne von mir.