Zwischen Sommerhitze, Kunst und emotionalen Chaos

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Fünf Tage im Licht hat mich ehrlich überrascht. Ich bin mit der Erwartung an einen eher leichten Sommerroman gestartet, bekam aber stattdessen eine intensive, vielschichtige Geschichte über Beziehungen, Begehren, Freundschaft und die Frage, wie gut wir uns selbst eigentlich kennen.

Besonders die zwischenmenschlichen Dynamiken haben mich komplett abgeholt. Zwischen den Freundinnen liegt ständig etwas Ungesagtes in der Luft und genau diese Spannungen machen den Roman unglaublich fesselnd. Gleichzeitig entwickelt sich Sophies Affäre auf eine Weise, die emotional immer komplizierter wird, ohne dabei kitschig zu wirken.

Was ich außerdem richtig spannend fand, war der Fokus auf Kunst und insbesondere die beschriebenen Aktporträts und Gemälde. Die Kunstwerke wurden so lebendig und eindrucksvoll beschrieben, dass ich einige davon während des Lesens direkt gegoogelt habe. Dadurch hat sich das Buch nochmal viel greifbarer angefühlt und bei manchen Gedanken oder Themen habe ich auch automatisch angefangen, über eigene Sichtweisen nachzudenken.

Trotz Sommerkulisse ist das kein „leichter nebenbei“-Roman. Das Buch beschäftigt sich mit weiblicher Identität, Kinderwunsch, Sexualität, Freundschaften und den Erwartungen, die wir an unser Leben stellen. Teilweise unangenehm ehrlich, emotional intensiv und definitiv ein Buch, das nachhallt.

Für mich war es deshalb ein rundum starkes Leseerlebnis, das deutlich mehr Tiefe hatte, als ich anfangs erwartet hätte.