Viel Humor, politisch korrekt zu Tode geritten

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elinor Avatar

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Der Klappentext klingt richtig gut und macht Lust, direkt in diese Geschichte über Verlust, Liebe und Bücher einzutauchen. Forrester schreibt sehr witzig, das muss ich ihm lassen. Es macht richtig Freude, in fast jedem Absatz über etwas zum Schmunzeln zu stolpern.

Mein Kritikpunkt ist allerdings die zwanghafte politische Korrektheit, die mir bereits auf der zweiten Seite „Kinobesuchende“ statt „Kinobesucher“ reinwürgt. Ein paar Seiten später steht dann in der Bibliothek neben einer europäischen auch noch eine japanische Ritterrüstung. Warum nicht gleich noch eine chinesische, osmanische, byzantinische, indische oder aztekische? Schließlich spielt die Geschichte in Neuengland, einer Region, die maßgeblich von europäischen Siedlern geprägt wurde. Muss man wirklich auch hier noch demonstrativ kulturelle Vielfalt unterbringen, selbst wenn es im historischen Kontext überhaupt keinen Anlass dafür gibt?

Und dann auch noch „Schülerinnen und Schüler“ in wörtlicher Rede. Nicht etwa in einer offiziellen Ansprache, sondern in einem Gespräch zwischen dem Protagonisten und seinem mutmaßlichen Love Interest. Ja, klar. So reden Menschen im echten Leben. Ständig.

Es macht mich tatsächlich wütend und traurig, dass ein ansonsten so witziges Buch durch diese zwanghafte Bemühung, es wirklich jedem recht machen zu wollen, für mich zu einem derartigen Ärgernis wird. Was für eine Verschwendung von Humor und einer eigentlich vielversprechenden Geschichte. Am Ende bleibt für mich vor allem Frust. Ein klares: Nein, danke!