Ändern wir es!

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savanna Avatar

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Für eine Frau ist es wohl unmöglich dieses Buch zu lesen, ohne die Fäuste in der Tasche zu ballen. Ohne eine tiefe Ungerechtigkeit zu empfinden. Ohne sich einer gewissen Ohnmacht bewusst zu werden. Diese Neuerscheinung
bringt durchaus die Gefahr mit sich, zumindest partiell eine Wut auf Männer zu entwickeln.

“Funkenschwestern: Wie Feminismus alles besser macht” ist ein politisch-gesellschaftliches Sachbuch. Die österreichische Autorin Barbara Blaha will mit diesem Buch offensichtlich Wissen vermitteln - denn “Wissen ist Macht”. Aktuell, auch im Jahr 2026 in einem modernen Europa, steht dem weiblichen Teil der Menschheit nachweislich weit weniger Macht zur Verfügung. Das Mächteverhältnis wird nach wie vor von Männern dominiert. Sei es in der Politik, im Beschäftigungsverhältnis oder innerhalb der Familie. Blaha nennt unzählige Beispiele für den weit reichenden Einfluss des Männlichen, der auf lange gewachsenen Strukturen basiert.

Auch wenn vielen Männern in vielen Kulturen der Begriff der Gleichberechtigung leicht über die Lippen kommt, scheint das Interesse nicht weitreichend genug, um die Chancengleichheit für Frauen tatsächlich zu realisieren. Ganz zu schweigen von Kulturen, in denen Frauen systematisch unterdrückt und ausgenutzt werden.

Über sinnvoll strukturierte Kapitel nimmt uns die Autorin mit in alle erdenklichen Lebensbereiche von Frauen, um aufzuklären und um weitere Veränderungen anzustoßen. Viele ihrer gewählten und gut recherchierten Fakten waren neu für mich. Und dass, obwohl ich mich nicht zum ersten Mal mit feministischen Forderungen beschäftige.

Sie selbst schreibt auch von Wut. Denn Wut ist ein starkes Gefühl, dass starke Aktionen auslösen kann. Leise bittend werden die Frauen von heute in ihren Forderungen nach Gleichwürdigkeit nicht mehr weiterkommen. Diesen Ansätzen sind wir bereits erfolglos nachgegangen...

Das Gedankenspiel, wo wir als Menschheit stehen könnten, wenn nicht die Hälfte (!) der Menschen fundamental begrenzt würde, ist letztlich der Knackpunkt. Dieses Buch wird voraussichtlich weit mehr Frauen erreichen als Männer. Ein Wunsch wäre es dennoch, dass sich gerade die Männer mit all den konkreten Beispielen beschäftigen würden, die wir Frauen tagtäglich erfahren müssen.