If you can´t smash it, set it on fire

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andreas_m Avatar

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Wer ein Buch sucht, das sich auf ausgewogene Weise mit dem immer noch herrschenden Gap zwischen Männern und Frauen beschäftigt - der- oder diejenige sollte die Finger von Barbara Blahas Buch "Funkenschwestern" lassen. Nach dem Motto "If you can´t smash it, set it on fire." wütet die Autorin gegen alles, was die Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen weitertransportiert, selbst dann, wenn es der eigene Partner ist, der Blahas Expertise nicht anerkennen will. Natürlich ist das unausgewogen, natürlich ist das einseitig - aber muss Feminismus brav , intellektuell kühl und sachlich argumentierend sein? Feminismus war doch immer schon auch laut, wütend, (zurecht) ungeduldig und anklagend. Da darf man dann Proudhon und Platon zitieren und gleichzeitig undifferenziert den eigenen Vater und "das" Patriarchat in einen Topf werfen, also die eigene Lebenswelt und das große Ganze. Der einzige Nachteil an Blahas Buch ist derjenige des rein Additiven, der den Leser durchaus schneller ermüden lässt, man kann auf diesem Aggressionslevel nicht lange mitlaufen.
"Der" Feminismus wird nicht "alles besser" machen, aber das Hinterfragen von immer noch vielen selbstverständlichen Machtstrukturen, die etwa mir in meiner Rolle als Mann nicht einmal mehr auffallen, ist in jedem Fall ein wichtiger Schritt. Dann muss frau auch mal eben mit dem Hammer in der Hand sehr laut nachdenken.