Boden, Pilze, Regenwürmer und Insekten treffen auf Witz und Liebe zum Detail

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sanmust Avatar

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Schon das Cover mit seinen filigranen Igeln, Faltern und Vögeln macht Lust auf mehr!

Der Einstieg über den geerbten Schrebergarten mit den Babyschuhen des Vorbesitzers an der Wand hat mich sofort mitgenommen. Aus dieser kleinen, fast anrührenden Szene entwickelt Schreiber ganz nebenbei die große Frage, wem ein Stück Land eigentlich gehört und führt uns von dort zum Konzept der „Stewardship", das mir bislang so noch nicht begegnet ist.

Besonders gut gefällt mir, dass Schreiber nicht einfach Regeln herunterbetet, sondern das Warum dahinter erklärt. Wenn sie beschreibt, wie Mykorrhizapilze mit Pflanzenwurzeln eine jahrmillionenalte Partnerschaft eingehen oder warum Kunstdünger genau diese Beziehung zerstört, spürt man die Biologin, die hinter den Zeilen steht. Auch die Passagen über den pH-Wert, die verschiedenen Bodentypen und die Fingerprobe zum Selbertesten sind so verständlich erklärt, dass ich am liebsten sofort mit einer Handvoll Erde ins Freie gerannt wäre.

Ihre Sprache ist bildstark und humorvoll zugleich, der Vergleich zwischen Kuh und Hund, um zu erklären, dass man aus einem Stück Natur keinen pflegeleichten englischen Rasen machen kann, hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht. Und die Geschichte von der toten Meise, die im Komposter zu „schwarzem Gold" wird, zeigt, wie unaufgeregt und gleichzeitig faszinierend sie den Kreislauf der Natur einfängt.

Nach dieser Leseprobe bin ich mir sicher: Das ist ein Buch, das wirklich verstehen lässt, warum Boden, Pilze, Regenwürmer und Insekten zusammenspielen und das mit jeder Menge Wissen, Witz und Liebe zum Detail. Wer nach dieser Leseprobe nicht sofort zur Schaufel greifen will, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.