Bilder des Landlebens

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ninaje Avatar

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Dieser Prolog liest sich wie ein langsames Ankommen im eigenen Leben. Das goldene Licht über dem Hof, die Tiere, die Gerüche, die staubige Luft – alles wird mit einer liebevollen Genauigkeit beschrieben, die nicht auf Effekt zielt, sondern auf Nähe. Man hat das Gefühl, dass hier jemand sehr genau hinschaut und sich erlaubt, das Schöne ernst zu nehmen. Der Ton ist ruhig, offen, fast plaudernd, und genau darin liegt seine Stärke.

Ich kenne den Instagram-Account der Autorin Madeleine seit vielen Jahren und folge ihm schon lange. Beim Lesen merkt man sofort, woher diese Stimme kommt. Wer ihre Bilder und Texte kennt, erkennt hier vieles wieder: den Blick für Details, die Geduld im Beobachten, diese Mischung aus Bodenständigkeit und Staunen. Der Text wirkt wie eine Fortsetzung dessen, was sie online schon lange teilt, nur ausführlicher, tiefer und mit mehr Raum zum Atmen.

Besonders gelungen ist, wie der idyllische Einstieg allmählich in eine erzählte Lebensgeschichte übergeht. Der Hof, die Tiere und das Licht bleiben präsent, während sich langsam zeigt, wie viel Arbeit, Konflikt und Entscheidung hinter diesem Ort stehen. Die Autorin schreibt sehr ehrlich über Umbrüche, über das Funktionieren in Ausnahmesituationen und über Freundschaften, die tragen. Das bleibt greifbar, weil es konkret erzählt wird, etwa beim Umzug mit Tieren, Kartons und zu wenig Platz im Auto.

Der Text macht kein Geheimnis daraus, dass das Glück erarbeitet wurde. Gerade dadurch wirkt es glaubwürdig, wenn am Ende von Dankbarkeit die Rede ist. Man liest diesen Prolog mit dem Gefühl, jemandem zuzuhören, der sich Zeit nimmt und nichts beweisen muss. Das macht neugierig auf das, was folgt, weil man dieser Stimme vertraut und ihr gern weiter durch diesen neuen Lebensabschnitt folgt.