Ein Neuanfang....

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marakkaram Avatar

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>> Es ist sehr bemerkenswert, wie deutlich die Natur einem eigentlich mitteilt, was gerade los ist. Ich fürchte blos, dass wir vor langer Zeit verlernt haben, richtig zuzuhören. >>

"Gekommen um zu bleiben" ist bereits das dritte Buch von Madeleine Becker. Und obwohl die Thematik voll mein Beuteschema ist, hatte ich zuvor weder etwas von Ihr gelesen, noch kannte ich Ihren Insta-Account Frau_freudig. Beides hat sich in null Komma nichts geändert. Denn ja, man kann dieses Buch unabhängig lesen, aber da sie ja schon irgendwie aufeinander aufbauen und ich wissen wollte, wie alles begann, Ihre Entwicklung, auch hin zu einem tierleidfreien Hof; bin ich mit dem ersten Buch "Erstmal für immer" gestartet und habe alle 3 hintereinander weggelesen. Jetzt bin ich quasi auf Entzug, mir fehlt die tägliche Dosis Madeleine.

Mir hat der erste Band schon unheimlich gut gefallen, aber ich muss sagen, es wurde von Buch zu Buch intensiver. Das liegt nicht nur an Ihrem angenehmen, lockeren, aber auch emotionalen Schreibstil. Sie lässt den Leser sehr nahe an sich heran und auch an vielem teilhaben. Und das mit ihrer absolut offenen und entwaffnend ehrlichen Art. Es gibt nicht nur die schönen Momente und lustigen Anekdoten, es wird auch dorthin geschaut, wo es weh tut und vieles hinterfragt und reflektiert.

Ich persönlich finde die angesprochenen Themen, wie das Aussterben kleinerer Höfe, Generationskonflikte bei der Nachfolge, Tierschutz und Tierwohl, Nachhaltigkeit usw. immens wichtig.

Und was ich wirklich bewundere ist auch hier wieder die Offenheit und das Reflektierte. Sie beleuchtet beide Seiten, die der konventionellen Almbetriebe/Landwirtschaft und den Weg, den sie und Lukas eingeschlagen haben. Ihre ganz persönliche Geschichten zu nicht mehr produktiven Kühen oder männlichen Kälbern zeigen sehr direkt wie schwierig es manchmal ist, etwas zu ändern, aber auch, dass es wert ist den Weg zu gehen.

>> Die meisten Gnadenhöfe sind ehemalige landwirtschaftliche Betriebe, und wenn wir das Ganze mal nüchtern betrachten: Kaum jemand ist als Tierschützer:in oder Veganer:in auf die Welt gekommen. In der Regel gab es da irgendwann einen Moment der Erkenntnis (...) Warum vergessen das so viele, wenn es um den Dialog mit Landwirt:innen geht. >>

Dieses Buch ist die gelungene Mischung aus Neuanfang und Renovierung mit all seinem Chaos und Hürden, das tägliche Leben mit Groß- und Kleintieren, Gärtnern und Selbstversorgung, sowie dem ganz normalen Wahnsinn, das sich Leben nennt. Gekrönt von wunderschönen Farbfotos.

Für mich ein absolutes Jahreshighlight!