Herzensprojekt im Grünen

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moidlvomberch Avatar

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Ich habe mich beim Lesen von „Gekommen, um zu bleiben“ sofort in diesen mutigen Traum vom Leben im Wald verliebt. Madeleine Becker beschreibt ihren Weg raus aus dem Hamsterrad und rein in das Abenteuer Selbstversorgung so herrlich ehrlich, dass ich das Gefühl hatte, direkt mit ihr im Schlamm zu stehen, während wir versuchen, das alte Haus bewohnbar zu machen. Es ist eben kein geschönter Instagram-Traum, sondern eine Geschichte voller echter Hürden, die aber durch den unbändigen Willen und die Liebe zu ihren Tieren – besonders den Hühnern – eine ganz eigene Magie entwickelt.
Was mich total abgeholt hat, war diese Mischung aus purer Erschöpfung und dem unglaublichen Glücksgefühl, wenn man etwas mit den eigenen Händen erschaffen hat. Madeleine lässt einen spüren, dass ein Neuanfang nicht bedeutet, dass sofort alles perfekt ist, sondern dass genau in diesem holprigen Prozess der Zauber liegt. Dieser Mut, sich dem Unbekannten zu stellen und die Ruhe des Waldes gegen den Lärm der Stadt einzutauschen, hat mich beim Lesen richtig inspiriert und zwischendurch auch mal tief durchatmen lassen.
Besonders hängengeblieben ist bei mir dieser Fokus auf die kleinen Momente: das erste Ei im Nest, das Rauschen der Bäume und die Erkenntnis, dass man eigentlich gar nicht so viel braucht, um wirklich zufrieden zu sein. Es ist ein Buch, das einen sanft an die Hand nimmt und zeigt, dass das Glück oft genau dort wartet, wo man es am wenigsten erwartet – man muss nur den Mut haben, den ersten Schritt in den Wald zu wagen.