Neuanfang auf dem eigenen Hof – mit all seinen Höhen und Tiefen

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chiralu Avatar

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Ich habe auf dieses Buch schon sehnsüchtig gewartet, was zum einen daran liegt, dass ich der Autorin bereits seit vielen Jahren gerne auf Social Media folge und zum anderen, dass ich die beiden vorherigen Bücher ebenfalls schon verschlungen habe.

Und was soll ich sagen? Auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht. Madeleine Becker schreibt über ihr echtes Leben - authentisch, realistisch und nahbar. Vom Umzug auf den Hof in der Steiermark, über die Renovierung des alten Hauses, bis hin zu den ganzen Tieren, dem täglichen Chaos und den kleinen Freuden des Alltags ist alles drin. Und das Beste daran ist, dass nichts kitschig aufgehübscht oder dramatisch aufbereitet wird, sondern wirklich echt wirkt.

Als Leserin spürt man richtig, wie viel Herzblut, Energie und Arbeit in diesem neuen Leben steckt. Die Rückschläge beim Renovieren, die kleinen Katastrophen mit den Tieren oder die Momente, in denen nichts so läuft wie geplant, erzählt Madeleine offen und ehrlich. Sie verschweigt die Anstrengungen nicht, aber sie zeigt auch, wie viel Freude und Glück dieser Hof ihr und Lukas gibt.

Die Fotos und Illustrationen im Buch machen das alles noch greifbarer. Die kleinen Extras, wie Listen mit Beobachtungen der Tiere oder die Playlist mit Songs, sind eine wunderbare Ergänzung und lassen einen das Leben auf dem Hof fast selbst erleben. Ich konnte beim Lesen richtig hören, wie die Vögel singen, die Sonne auf der Haut spüren und den Geruch von Erde und Heu riechen.

Besonders berührt hat mich das Kapitel über Kater Kurt. Ich habe die bereits bei Instagram mitbekommen, doch in einem Kapitel erzählt Madeleine, wie es zu seinem Tod kam, und ich hatte beim Lesen plötzlich Tränen in den Augen. Man merkt, wie sehr Madeleine ihre Tiere liebt, wie nah sie sie an sich heranlässt und wie tief der Schmerz über den Verlust geht. Dieser Abschnitt hat mich sehr bewegt und berührt.

Neben der Liebe zu den Tieren zeigt das Buch aber auch die Beziehung zwischen Madeleine und Lukas. Ich finde es toll, wie sie auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Partnerschaft ehrlich beschreibt, wenn man gemeinsam ein so großes Projekt stemmt. Es gibt so viele Momente, in denen man merkt, dass Geduld, Rücksicht und gemeinsame Ziele unglaublich wichtig sind. Gleichzeitig ziehe ich meinen Hut davor dieses absolut private Thema anzureißen, da es wie gesagt einfach super persönlich gemacht. Und gleichzeitig rundet das Kapitel die Darstellung dieses neuen Lebens ab, da die Autorin nichts beschönigt.

Alles in allem ist „Gekommen, um zu bleiben“ für mich ein Buch übers mutig sein, für sich einzustehen und einen Neuanfang zu wagen. Das Buch hat, mal wieder, den Wunsch nach einem eigenen kleinen Bauernhof in mir geweckt und mir im nächsten Atemzug die rosarote Brille wieder abgesetzt. Denn so romantisch, wie man sich das in seiner Vorstellung ausmalt, ist es dann halt doch nicht.