Charlie glaubt, sie sei kein Monster

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xirxe Avatar

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Charlie, Mathematik-Doktorandin mit blauem Auge und kaputter Selbstachtung, sitzt in der U-Bahn und fragt sich ernsthaft, ob sie ein schlechter Mensch ist. Nach einer eskalierten Beziehung mit Valentin landet sie in einem Antiaggressionstraining für Frauen. Zwischen Selbsthass, ironischer Beobachtung der Umwelt und schmerzhaft ehrlicher Innensicht versucht sie, ihre eigene Geschichte neu zu erzählen.
Die Stimme von Charlie ist messerscharf, unangenehm nah, oft komisch, dann wieder brutal peinlich – im besten literarischen Sinn. Diese Mischung aus Selbstironie, moralischer Überheblichkeit und gleichzeitiger Selbstverachtung wirkt so extrem glaubwürdig. Man möchte sie manchmal schütteln, dann wieder in den Arm nehmen, um kurz darauf den Raum zu verlassen.
Kein Wohlfühlbuch, aber eines, das man nicht so schnell wieder vergessen wird, vermute ich.