Zwischen Anziehung und leiser Unruhe

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mrs.may.reads Avatar

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Schon das Buchcover ist ein echter Hingucker: Die lila-gelben Komplementärfarben erzeugen einen starken Kontrast, der sofort ins Auge fällt. Die Fratze, die wirkt, als wolle sie das Wort „Gelbes“ zerfleischen, lässt bereits erahnen, dass sich hinter der Geschichte mehr verbirgt, als es auf den ersten Blick scheint – vielleicht sogar ein dunkler Unterton, der sich erst nach und nach zeigt.

Zu Beginn trägt Charlie noch die rosarote Brille, als sie Valentin kennenlernt. Die Begegnung am Kiosk passiert fast beiläufig, so unspektakulär und gleichzeitig so real, dass man sofort das Gefühl hat, mitten dabei zu sein. Auch die Szene in der Bahn, die pöbelnden Jugendlichen und der spätere Spaziergang fühlen sich unglaublich zeitnah, lebensnah und absolut zeitgenössisch an.

Die Sprache der Autorin ist leicht, klar und unmissverständlich. Sie liest sich mühelos, ohne oberflächlich zu sein, und schafft es, Atmosphäre ganz nebenbei entstehen zu lassen.

Ich erwarte, dass sich das Kennenlernen der beiden noch spannend entwickeln wird – und dass Valentin im Verlauf der Geschichte sein wahres Gesicht zeigt. Umso mehr hoffe ich, dass Charlie sich das nicht gefallen lässt. Genau diese Erwartung, dieses leise Unbehagen und die Neugier darauf, wie es weitergeht, machen für mich den Reiz aus.

Ein Buch, das man nach der Leseprobe unbedingt ganz kennenlernen möchte.