Außergewöhnlich...
Außergewöhnlich... Gibt es einen Zusammenhang zwischen Frustration und Aggression? Und was macht es mit der Psyche eines Menschen, wenn Wunschvorstellung und Wirklichkeit heftig aufeianderprallen? Wenn Hoffnungen sich in Luft aufzulösen drohen und man/frau die Strategie des 'es sich Schönredens' wählt? Und inwieweit sind bei scheiternden Liebesbeziehungen stets beide Partner verantwortlich, auch wenn sich die Auswirkungen vor allem bei einer Person zeigen? In "Gelbe Monster" von Clara Leinemann zeigen sich die Auswirkungen bei Mathematikstudentin Charlie, die von Mitbewohnerin Ella aufgefordert wird, an einem Antiagressionstraining teilzunehmen. Die Autorin bespielt zwei Zeitebenen. Charlie gemeinsam mit anderen gewalttätigen Frauen und den Therapeut*innen im Training, sowie bei der Aufarbeitung 'ihrer Tat' und Charlie in ihrer gescheiterten Beziehung zu Exfreund Valentin der sie 'zur Weißglut getrieben' hat. Charlie hat Ecken und Kanten, ist eigentlich kein Sympathieträger, schafft es aber doch im Verlauf der Handlung, sich ins Herz des (männlichen) Lesers vorzuarbeiten.