Befremdlich, aber doch berührend

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ullilein287 Avatar

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In 'Gelbe Monster' begleiten wir die junge Mathematikstudentin Charlie durch ihr Leben und haben an ihren Erfahrungen und ihren Gefühlen teil. Auf dem Weg zum Antiaggressionstraining für Frauen, am Beginn ihrer Beziehung zu Valentin, mit ihrer Mitbewohnerin und Freundin Ella - unterschiedliche Lebenssituationen und auch Zeitpunkte werden uns dabei näher gebracht.
Zuerst war ich etwas verwirrt vom Buch. Die Autorin springt zeitlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, was zuerst doch etwas verwirrend wirkt. Dennoch passt es irgendwie gut zur Geschichte und zur Person von Charlie - verwirrt, im Zwiespalt mit sich selbst und getrieben von den Meinungen und Aussagen ihrer Mitmenschen.
Auch meine Meinung zur Protagonistin Charlie ist irgendwie zwiegespalten - irgendwie ist sie mir sympathisch, andererseits kann ich sie nicht ausstehen und kann ihre Handlungen nicht verstehen. Und gerade das macht das Buch aber dennoch so lesenswert. Begleitet von einer ständigen Verwirrtheit, liest man dennoch schnell durch das Buch durch. Schließlich möchte man erfahren, wie es Charlie ergeht und was sie nun so schlimmes angestellt hat, dass sie zum Antiaggressionstraining muss.
Das übergeordnete Thema - Gewalt in der Beziehung und zwischen Menschen - ist ein äußerst Wichtiges, das viel mehr Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft erfahren sollte. Mir hat es besonders gut gefallen, dass es dieses mal eine Frau war, die in die Rolle der "Täterin" geschlüpft ist.
Gratulation an die Autorin Clara Leinemann an diesen tollen Roman, der von Anfang bis zum Schluss spannend und einfach ganz anders, als erwartet ist!
Fazit: Für alle, die auch ernste Themen von einer anderen Seite betrachten wollen.