Ein kleines Highlight!
"Das Internet hat viel darüber zu sagen, was und vor allem wer ein schlechter Mensch ist, aber was ein guter Menschen sein soll, dazu gibt es nur wenig."
TW: Häusliche Gewalt, Gaslighting
"[...] dir ist schon klar, dass das Gaslighting ist, was du gerade machst?" sagt Charlie zu ihrem Freund Valentin, "Jetzt tu nicht so, als hättest du Angst vor mir." Charlie weiß gar nicht, was sie beim Antiaggressionstraining für Frauen soll. Sie ist doch gar nicht das Problem? Valentin ist halt nur zu einfältig, da ist es doch nicht ihre Schuld, wenn die Wut mal Überhand nimmt. Eine Ohrfeige ist doch auch lange noch keine Gewalt?! Doch ihre Freundin Ella besteht darauf, dass Charlie dahin geht und Ella ist der einzige Mensch, den Charlie noch hat. Also geht sie hin, sitzt mit fremden Frauen zusammen, die teilweise schon Gefängniserfahrung gesammelt haben. Und Charlie? Wie sieht ihre Zukunft aus?
Nach langer Zeit ist "Gelbe Monster" mal wieder ein Buch mit einer Anti-Heldin. Durch Charlies POV wird schnell deutlich, dass sie einen hohen Geltungsdrang und eine leicht verzerrte Wahrnehmung hat. Sie bringt sich gerne in die Opferrolle und empfindet sich als von der Welt ungerecht behandelt. Sie kämpft und kämpft und kämpft, am meisten gegen sich selbst. In zwei Erzählebenen schafft Clara Leinemann einen sehr guten Lesesog, da man unbedingt herausfinden möchte, was mit Charlie und Valentin passiert ist.
Ich habe das Buch richtig gerne gelesen, auch wegen dem angenehmen Schreibstil. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe Charlies Geschichte gern verfolgt, auch wenn sie einem nicht sympathisch ist. Trotzdem will man herausfinden, warum sie so ist und ob sie sich ändern kann. Zum Ende hin hätte es für mich noch ein wenig definierter sein können, Ella und Valentin waren für mich nur bedingt "vollständige" Charaktere - gleichzeitig macht es sie aber auch menschlicher.
Ein ungewöhnlicher, besonderer Roman, der Gewalt schildert, die von Frauen ausgeht. Ein Roman über häusliche Gewalt, über Wut, Opferrollen und Gewaltkreisläufen.
Absolute Empfehlung, für mich ein kleines Highlight!
4,25/5 Sterne
TW: Häusliche Gewalt, Gaslighting
"[...] dir ist schon klar, dass das Gaslighting ist, was du gerade machst?" sagt Charlie zu ihrem Freund Valentin, "Jetzt tu nicht so, als hättest du Angst vor mir." Charlie weiß gar nicht, was sie beim Antiaggressionstraining für Frauen soll. Sie ist doch gar nicht das Problem? Valentin ist halt nur zu einfältig, da ist es doch nicht ihre Schuld, wenn die Wut mal Überhand nimmt. Eine Ohrfeige ist doch auch lange noch keine Gewalt?! Doch ihre Freundin Ella besteht darauf, dass Charlie dahin geht und Ella ist der einzige Mensch, den Charlie noch hat. Also geht sie hin, sitzt mit fremden Frauen zusammen, die teilweise schon Gefängniserfahrung gesammelt haben. Und Charlie? Wie sieht ihre Zukunft aus?
Nach langer Zeit ist "Gelbe Monster" mal wieder ein Buch mit einer Anti-Heldin. Durch Charlies POV wird schnell deutlich, dass sie einen hohen Geltungsdrang und eine leicht verzerrte Wahrnehmung hat. Sie bringt sich gerne in die Opferrolle und empfindet sich als von der Welt ungerecht behandelt. Sie kämpft und kämpft und kämpft, am meisten gegen sich selbst. In zwei Erzählebenen schafft Clara Leinemann einen sehr guten Lesesog, da man unbedingt herausfinden möchte, was mit Charlie und Valentin passiert ist.
Ich habe das Buch richtig gerne gelesen, auch wegen dem angenehmen Schreibstil. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe Charlies Geschichte gern verfolgt, auch wenn sie einem nicht sympathisch ist. Trotzdem will man herausfinden, warum sie so ist und ob sie sich ändern kann. Zum Ende hin hätte es für mich noch ein wenig definierter sein können, Ella und Valentin waren für mich nur bedingt "vollständige" Charaktere - gleichzeitig macht es sie aber auch menschlicher.
Ein ungewöhnlicher, besonderer Roman, der Gewalt schildert, die von Frauen ausgeht. Ein Roman über häusliche Gewalt, über Wut, Opferrollen und Gewaltkreisläufen.
Absolute Empfehlung, für mich ein kleines Highlight!
4,25/5 Sterne