Eine Täterin, die man trotzdem verstehen will

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pilese Avatar

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Bereits der Einstieg ist alles andere als leicht, aber gerade deshalb so fesselnd. Wir lernen Charlie kennen, die mit einem blauen Auge in der U-Bahn sitzt und sich selbst im Internet als „schlechten Menschen“ sucht. Das Besondere hier: Charlie ist nicht das Opfer, sondern die Täterin. Sie hat ihren Ex-Freund geschlagen und muss nun zum Antiaggressionstraining, um ihre Wut irgendwie in den Griff zu bekommen. Ich finde diesen Perspektiv Wechsel spannend. Man spürt Charlies Zerrissenheit sofort die Scham und die ständige Frage, wie es so weit kommen konnte. Warum ist sie so aggressiv? Und kann sie das jemals hinter sich lassen? Trotz des schweren Themas schreibt die Autorin mit einer Leichtigkeit, die einen sofort mitreißt. Es geht um emotionale Abhängigkeit und den harten Weg, sich der eigenen Verantwortung zu stellen.