Eskalation
Wir lernen eine Charlie kennen, die sich verliebt hat. In den gut aussehenden Valentin, was die von geringem Selbstwertgefühl geplagte junge Frau ihr Glück kaum fassen lässt. Doch die Beziehung ist schwierig, sie wird zunehmend geprägt durch Eifersucht, Manipulation und Psychospielchen, bis eines Tages Charlie völlig eskaliert.
Clara Leinemann erzählt die Geschichte in zwei Ebenen. In der Gegenwart lebt Charlie vorübergehend bei ihrer besten Freundin, körperlich und seelisch lädiert soll sie an einem Anti-Agressionstraing für Frauen teilnehmen. In Rückblicken wird die Beziehung zu Valentin erzählt, die sich im Laufe der Zeit immer toxischer entwickelt.
Als Leserin durchlaufe ich mit Charlie verschiedenen Phasen: einerseits habe ich Mitleid mit ihr, wünsche ihr mehr Selbstbewusstsein und eine glückliche Beziehung. Andererseits ist sie mir wenig sympathisch wenn sie zur Stalkerin wird, aggressiv ist und die Realität nicht wahr haben will.
Von Anfang an ist klar, dass Charlie ausgeflippt ist und mit Gewalt reagiert hat. Was man sonst vor allem von Männern kennt wird hier einmal aus der Sicht der Frauen thematisiert. Interessant zu lesen wie Charlie sich lange als Opfer sieht, sich in der Gruppe den anderen Frauen überlegen fühlt - sie glaubt, sie hat in der Anti-Agressionstherapie ja eigentlich nichts zu suchen. Auch die Geschichten der anderen Frauen in der Gruppe lesen sich fast alltäglich, bis es eben zu einer Reaktion mit körperlicher Gewalt kommt.
Die Verleugnung der eigenen Schwäche ist immer wieder Thema, die Suche nach Ausflüchten und Entschuldigungen für den Partner und sich selber. Bis zum Ende hin das Ausmaß der gesamten Eskalation klar wird geht man beim Lesen durch viele Aufs und Abs einer schwierigen Beziehung zweier intelligenter junger Menschen in der heutigen Zeit. Das langsame Zusteuern auf die Wahrheit und das Ende gefällt mir sehr gut, es bleibt bis zum Schluß spannend und interessant.
Leider ist dieser Roman nur knapp 200 Seiten lang. Auch wenn viel darin ausgedrückt wird hätte ich mir doch einige Aspekte noch etwas ausführlicher gewünscht. Einen Blick auf die Beziehung von Charlie zu ihrer Mutter und in ihre Kindheit zum Beispiel, hier liegen wohl auch schon Gründe für ihr geringes Selbstwertgefühl. Auch die Geschichten hinter den anderen Frauen der Gruppe hätten mich noch mehr interessiert oder die Sicht von Ella, Charlies bester Freundin. Deshalb einen Stern Abzug von einem Roman, den ich thematisch sehr empfehlen kann und der noch lange im Kopf bleibt.
Clara Leinemann erzählt die Geschichte in zwei Ebenen. In der Gegenwart lebt Charlie vorübergehend bei ihrer besten Freundin, körperlich und seelisch lädiert soll sie an einem Anti-Agressionstraing für Frauen teilnehmen. In Rückblicken wird die Beziehung zu Valentin erzählt, die sich im Laufe der Zeit immer toxischer entwickelt.
Als Leserin durchlaufe ich mit Charlie verschiedenen Phasen: einerseits habe ich Mitleid mit ihr, wünsche ihr mehr Selbstbewusstsein und eine glückliche Beziehung. Andererseits ist sie mir wenig sympathisch wenn sie zur Stalkerin wird, aggressiv ist und die Realität nicht wahr haben will.
Von Anfang an ist klar, dass Charlie ausgeflippt ist und mit Gewalt reagiert hat. Was man sonst vor allem von Männern kennt wird hier einmal aus der Sicht der Frauen thematisiert. Interessant zu lesen wie Charlie sich lange als Opfer sieht, sich in der Gruppe den anderen Frauen überlegen fühlt - sie glaubt, sie hat in der Anti-Agressionstherapie ja eigentlich nichts zu suchen. Auch die Geschichten der anderen Frauen in der Gruppe lesen sich fast alltäglich, bis es eben zu einer Reaktion mit körperlicher Gewalt kommt.
Die Verleugnung der eigenen Schwäche ist immer wieder Thema, die Suche nach Ausflüchten und Entschuldigungen für den Partner und sich selber. Bis zum Ende hin das Ausmaß der gesamten Eskalation klar wird geht man beim Lesen durch viele Aufs und Abs einer schwierigen Beziehung zweier intelligenter junger Menschen in der heutigen Zeit. Das langsame Zusteuern auf die Wahrheit und das Ende gefällt mir sehr gut, es bleibt bis zum Schluß spannend und interessant.
Leider ist dieser Roman nur knapp 200 Seiten lang. Auch wenn viel darin ausgedrückt wird hätte ich mir doch einige Aspekte noch etwas ausführlicher gewünscht. Einen Blick auf die Beziehung von Charlie zu ihrer Mutter und in ihre Kindheit zum Beispiel, hier liegen wohl auch schon Gründe für ihr geringes Selbstwertgefühl. Auch die Geschichten hinter den anderen Frauen der Gruppe hätten mich noch mehr interessiert oder die Sicht von Ella, Charlies bester Freundin. Deshalb einen Stern Abzug von einem Roman, den ich thematisch sehr empfehlen kann und der noch lange im Kopf bleibt.