Gemischte Gefühle

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xxnickixx Avatar

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Charlie meldet sich wegen ihres Exfreundes Valentin bei einem Antiaggressionstraining an. Er hat so viel Wut in ihr ausgelöst, die ihre Bahnen bricht.
Der Roman wird aus zwei Zeitebenen geschildert. Man lernt die gegenwärtige Charlie kennen, die etwas verändern will und deshalb die Therapie aufsucht, während immer wieder Anekdoten aus der Beziehung zu Valentin eingestreut werden, wobei für Valentin auch metaphorische Ausdrücke eingearbeitet werden. Hierbei ist es gelungen, die „Schuldfrage“ für Charlies Wut zu stellen, ohne sie gleich einer Figur zuzuschieben. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob Valentin es wirklich „schuld“ ist oder ab Charlie nicht doch überreagiert? Jedenfalls bleibt es spannend, wie Charlie mit schwierigen Situationen umgeht.
Die Perspektive aus der Therapie war mir zu nüchtern, zu beschreibend erzählt. Für mich wurden Charlies Gefühle zu wenig transportiert und es ging um andere Geschichten in der Therapie, die für die Geschichte meiner Meinung nach keinen Mehrwert hatten.
Insgesamt habe ich den Roman mit gemischten Gefühlen zugeschlagen. Während die eine Seite so einnehmend war, hat es mich auf der anderen Seite unberührt dagelassen. Die Gegenwartssequenzen hätten definitiv mehr Potenzial gehabt.