Liebe, die weh tut – und Wut, die eskaliert

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mrs.may.reads Avatar

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Das Cover von „Gelbe Monster“ ist laut – Gelb und Lila knallen, das geformte Gesicht wirkt aggressiv, fast warnend. Genau dieses Gefühl setzt sich im Inneren fort.

INHALT: Wir begleiten Charlie, die an einem Anti-Aggressionstraining für Frauen teilnimmt. Warum sie dort ist, entfaltet sich nur häppchenweise, in Rückblicken. Mit Valentin beginnt eine Beziehung, in der sie alles sein will – und sich dabei immer mehr verliert. Nähe, Streit, Trennung, Aggressionen. Ein toxischer Kreislauf. Halt findet sie bei ihrer Mitbewohnerin und im Training.

MEINUNG: Die Sprache ist bissig, brutal ehrlich, manchmal überraschend zärtlich. Die Ich-Perspektive zieht einen unangenehm nah heran – vieles ist schwer auszuhalten, gerade deshalb so wirkungsvoll.
Themen wie toxische Beziehungen, Wut, Gewalt, Selbstzweifel, Abhängigkeit und Selbstverlust wechseln sich ständig mit Momenten von Liebe und Hoffnung ab.

Ein kleiner Minuspunkt: Mir fehlten mehr Hintergrundinfos, vor allem zu Charlies Eltern und ihrem geringen Selbstwert. Ein paar Seiten mehr hätten dem Ganzen gutgetan.

Dieses Buch will nicht gefallen, sondern wachrütteln. Und das tut es. Das Ende? Geht komplett unter die Haut. 💥💛