Wenn die Monster übernehmen

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eschlbachia Avatar

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Im Zentrum von Gelbe Monster steht Charlie, eine junge Frau, die sich durch einen Alltag bewegt, der äußerlich unspektakulär wirkt, innerlich aber von permanenter Anspannung geprägt ist. Sie lebt in Beziehungen – freundschaftlich, familiär, partnerschaftlich –, mit unterschiedlicher Intensität,

Die titelgebenden „gelben Monster“ tauchen weniger als konkrete Figuren auf, sondern eher als innere Bilder: für Angst, Überforderung, vielleicht auch für etwas Unverarbeitetes, das immer wieder hochkommt, aber nicht benannt wird. Sie stehen sinnbildlich für das, was sich im Inneren zusammenballt, während nach außen hin Normalität behauptet wird.

Am Ende gibt es keine Auflösung im klassischen Sinn. Keine Entwicklung, die klar abgeschlossen wäre, kein „Verstehen“ der Figur, das nachgereicht wird. Die Handlung endet dort, wo sie begonnen hat: in einem Zustand des Dazwischen. Genau das hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen. Ich wusste, was Charlie erlebt, aber nicht, wer sie ist oder sein möchte. Das Buch erzählt ein Erleben, keine Geschichte mit Bogen .