Faszinierende Grundidee

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
bücherwurm69 Avatar

Von

Das Buch „Genug für ein halbes Leben“ von Evann Normandin hat mich mit seiner ungewöhnlichen Prämisse sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung, traumatische Erinnerungen durch eine medizinische Behandlung einfach auszulöschen – und damit auch die Liebe des Lebens –, bietet enorm viel psychologischen Zündstoff.Die Umsetzung hat für mich allerdings zwei Seiten. Das Setting in Schottland ist wunderschön und sehr atmosphärisch beschrieben. Auch der emotionale Konflikt von Landon, der die ganze Last der Erinnerungen alleine tragen muss, ging mir wirklich nah. Man leidet automatisch mit ihm mit.Leider zog sich die Geschichte im Mittelteil für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge. Das Buch ist durchgehend sehr melancholisch und von schwerer Trauerarbeit geprägt. Mir fehlten zwischendurch ein paar Lichtblicke und etwas mehr Dynamik in der Handlung, um mich komplett zu fesseln. Für eine absolute Top-Bewertung war es mir phasenweise schlicht zu bedrückend.Fazit:Eine wirklich originelle Grundidee und ein tiefgründiges Familiendrama, das zum Nachdenken anregt. Wer eine emotionale, aber eher ruhige und schwermütige Geschichte sucht, wird hier gut unterhalten. Von mir gibt es eine solide Schulnote 2–3 (3 Sterne).