Pageturner mit interessanten Fragestellungen, aber hohem Kitschfaktor
Der Plot funktioniert nach dem "Was wäre wenn"-Prinzip, eine Art Mikro-Science- Fiction, wo Biographien verschoben werden, Erinnerungen getilgt, Leben neuerfunden werden können. So jedenfalls ist das Versprechen der Vergessenspille, die Rose eingenommen hat und ihre große Liebe Landon nicht. Und dieser will sie nun neu erobern, auch wenn sie die letzte Episode vergessen hat.
Das Buch erzeugt diverse Spannungsbögen: Warum wollte/musste Rose unbedingt vergessen? Wird Landon es schaffen? Wie wird er es schaffen? Was können die beiden in irgendeiner Zukunft füreinander werden?
Und zugleich gibt es auch noch etwas existenziellere Fragen: Kann man Traumata wegmedikamentisieren - oder will das Leben gelebt werden, unbedingt? Wie zentral ist Erinnerung für unsere Beziehungen und Beziehungsfähigkeit - immerhin beginnt das Buch auch mit der Alzheimer-Erkrankung des Vaters von Rose, und dass er sie vergisst, findet sie sehr schwer erträglich.
Viele schwingt mit und ist komplett gut durchkomponiert, aber auch teilweise unerhört kitschig beschrieben.
In "Genug für ein halbes Leben" entsteht nicht nur in gewisser Weise eine Kunstwelt, die Menschen sind auch ohne dies sehr künstlich. Ich kennen keine Menschen, die so sind - so perfekte Liebende, hinreißend faszinierend, wundervolle Freund:innen, die immer zur rechten Zeit da sind, große Gefühle haben, ganz, ganz, ganz große Gefühle.
Das macht meinen Leseeindruck sehr ambivalent. Zum Schluss wurde es gleichzeitig immer spannender, aber es hat mich auch fast geschüttelt. Hollywood wartet auf diese Story. Und ich könnte jetzt zumindest kein zweites Buch hinterher lesen, das so übertrieben gefühlig ist. Ich bekäme einen Zuckerschock.
Das Buch erzeugt diverse Spannungsbögen: Warum wollte/musste Rose unbedingt vergessen? Wird Landon es schaffen? Wie wird er es schaffen? Was können die beiden in irgendeiner Zukunft füreinander werden?
Und zugleich gibt es auch noch etwas existenziellere Fragen: Kann man Traumata wegmedikamentisieren - oder will das Leben gelebt werden, unbedingt? Wie zentral ist Erinnerung für unsere Beziehungen und Beziehungsfähigkeit - immerhin beginnt das Buch auch mit der Alzheimer-Erkrankung des Vaters von Rose, und dass er sie vergisst, findet sie sehr schwer erträglich.
Viele schwingt mit und ist komplett gut durchkomponiert, aber auch teilweise unerhört kitschig beschrieben.
In "Genug für ein halbes Leben" entsteht nicht nur in gewisser Weise eine Kunstwelt, die Menschen sind auch ohne dies sehr künstlich. Ich kennen keine Menschen, die so sind - so perfekte Liebende, hinreißend faszinierend, wundervolle Freund:innen, die immer zur rechten Zeit da sind, große Gefühle haben, ganz, ganz, ganz große Gefühle.
Das macht meinen Leseeindruck sehr ambivalent. Zum Schluss wurde es gleichzeitig immer spannender, aber es hat mich auch fast geschüttelt. Hollywood wartet auf diese Story. Und ich könnte jetzt zumindest kein zweites Buch hinterher lesen, das so übertrieben gefühlig ist. Ich bekäme einen Zuckerschock.