Wie man seine Kindheit sieht
Moa Herngrens Roman -Geschwister- hat mich fasziniert, weil sie genau das wiedergibt, was und wie unterschiedlich Geschwister voneinander, untereinander und über die gesamte Familienkonstellation denken. Die drei Geschwister Rasmus, Andrea und Ulrike treffen sich nach dem Tod ihres Vaters bei ihrer Mutter in ihrem alten Elternhaus. Eigentlich nur um deren Geburtstag zu feiern, aber dann gerät das Treffen aus dem Rahmen. Jedes der erwachsenen Kinder hat eine eigene Erinnerung an die Kindheit und sieht in der Vergangenheit alles anders. Sie fühlten sich durch die Eltern benachteiligt, weil die Eltern angeblich ein anderes Geschwisterkind immer bevorzugten. Die Autorin schildert diese Atmosphäre unter den Kindern sehr genau und es herrscht eine unterschwellige Spannung, die von Sticheleien geprickt wird. Als dann noch ein paar Gegenstände aus dem Haus fehlen, kommt es zur Eskalation. Ein spannender Roman, nicht nur für Geschwisterkinder.