Mit Herz und Humor auf Gespensterjagd

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scarletta Avatar

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Ist es nicht toll, wenn man beim (Vor-)Lesen merkt, wie viel Spaß die Autorin beim Schreiben hatte? Hier sprüht es vor Fantasie und Humor.

„Tompatsch!“ so nennt Toms große Schwester Lola oft abfällig ihren vermeintlich tollpatschigen neunjährigen Bruder. Ja, Tom hat es nicht leicht in seiner Familie. Lola kommandiert ihn gerne herum und macht sich über seine Ängste lustig. Tom fürchtet sich, wenn er mal etwas aus dem Keller holen soll. Dabei ist es im dumpfen Kellerabteil wirklich gruselig.

Tatsächlich macht Tom dort unten recht unfreiwillig Bekanntschaft mit einem Gespenst. Gut, dass Toms Oma Zeit hat und ihm Gehör und Glauben schenkt. Gegen Gespenster weiß sie zwar keinen Rat, aber immerhin kann sie ihn zu ihrer Bekannten Frau Kümmelsaft schicken. Eine Frau mit einem satten Fachwissen, was die Gruselwesen betrifft, und die bereit ist, Tom in ihre Kenntnisse einzuweihen. Jetzt zeigt sich, was Tom wirklich auf dem Kasten hat. Er schließt unerwartete Freundschaften und ist in der Lage, seine Ängste zu überwinden.

Der Loewe- Verlag hat die „Gespensterjäger-Reihe“ mit neuen bunten Illustrationen von Franziska Blinde aufgefrischt aufgelegt. So fällt diese Reihe einer neuen Generation junger Leser*innen ins Auge. Und das ist gut so, finde ich.
Die farbenfrohen neuen Illustrationen ergänzen die Zeichnungen der Autorin ausdrucksstark. Die Gespenstergeschichte ist auch nach über 30 Jahren noch immer frisch, lebendig und überhaupt nicht angestaubt.

Der Erzählton ist für die junge Leserschaft absolut verständlich und sehr spannend. Der Umfang der Kapitel ist perfekt für die Aufmerksamkeitsspanne. Die Handlung ist mit vielen Wendungen, Überraschungen und einer kräftigen Prise Humor versehen. Das ist genau das, was mir an den Büchern von Cornelia Funke immer aufs Neue gefällt.

Was für sympathische Charaktere trifft man wieder an! Tom macht eine großartige und sehr authentische Entwicklung durch. Er stellt sich seinen Ängsten und schafft es, über sich hinauszuwachsen. Am Ende kann seine Schwester nur noch staunen über ihren mutigen und lässigen kleine Bruder. Wunderbar, dass in der Oma eine freundliche, geduldige Zuhörerin gefunden wird. Die extravagante Frau Kümmelsaft, die Tom hilft, fordert und ihm eine Menge zutraut, ist eine herrlich schrille Begleiterin.

Man lernt witzige und fantasievolle Details über Gespenster. Da wagt man sich nun neugierig und erwartungsvoll in den Keller, immer aufmerksam nach Gespensterschleim Ausschau haltend.