beeindruckende Familiensaga

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lindendrea_oldie Avatar

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In ihrem Buch "Geteiltes Haus" nimmt uns die Autorin Alice Horackova mit in das Leben der Familien Hollmann/Honcu zeitlich gesehen von der k.u.k. Monarchie bis in die Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges. Der Roman ist im Sudetenland beheimatet, im Laufe der Geschichte mal tschechisch/mal deutsch haben sich die Menschen den Gegebenheiten angepasst, leben, lieben und streiten miteinander, verweben sich Schicksale, unterschiedliche Traditionen, politische Interessen.

Zwei starke Frauen, Agnezka und Zdenka, Freundinnen, Rivalinnen,- eine Deutsche, eine Tschechin- bilden den Rahmen um die Schicksale ihrer Familien
und Freunde im Laufe unruhiger Zeiten und privater Katastrophen.

Der Roman ist sehr lebensnah geschrieben, nicht belehrend oder wertend, gut strukturiert durch die einzelnen Kapitel, die ein Thema oder eine Person in den Vordergrund stellt, aber nie die Verbindung zur Gesamtgeschichte verliert. Geschichtliche Ereignisse beeinflussen die Schicksale der Familienmitglieder genauso wie persönliche Tragödien oder charakterliche Stärken und Schwächen.
Große Kunst, denn der Leser taucht ein und wird mitgenommen, hat nie das Gefühl, dass es zu viel an "Geschichte" wird. Geschichte, die weithin heute wenig bekannt ist und hier gut recherchiert im Roman eingewebt ist, denn darum geht es:

Geteiltes Haus ist auch geteiltes Land, Zerrissenheit und Suche nach Orientierung-aber auch Verbundenheit zu einer Heimat, der die Nationalität letztendlich egal sein kann,die aber doch zum Spielball der Politik wird.

Prolog und Epilog, die Briefe von Agnezka und Zdenka umschließen diesen Roman, und lassen die Hoffnung zu, dass tief verwurzelte Freundschaft vieles verzeiht und bleibt.
Ein beeindruckender Roman, sehr empfehlenswert.