Chapeau!

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anana Avatar

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„Geteiltes Haus“ von Alice Horáčková hat mich auf mehreren Ebenen wirklich sehr beeindruckt.

Zum einen ist da das Faktische. Als Leser beendet man den Roman klüger und demütiger. Er eröffnete – zumindest mir – bislang unbekannte Perspektiven und vermittelt viel historischen Kontext zur sudetendeutschen und tschechischen Geschichte. Auf jeder Seite merkt man, wie viel Recherchearbeit die Autorin investiert hat. Das ist ein großes Geschenk.

Zum anderen gelingt es Horáčková, trotz aller historischen Komplexität, zahlreicher zeitlicher Sprünge und einer Vielzahl zu Wort kommender Figuren ein beeindruckendes Panorama zu zeichnen, dem man als Leser jederzeit gut folgen kann. Die beiden weiblichen Hauptfiguren Zdenka und Anežka sind frei von Klischees gezeichnet. Mit ihren unterschiedlichen Lebenswegen verkörpern sie auf sehr authentische Weise, was es heißt, zu überleben. Damit stehen sie zugleich sinnbildlich für die Tragödie des Sudetenlandes.

Auch der Sprachstil der Autorin hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er ist eine seltene Mischung aus Nüchternheit und Emotionalität. Jede Figur besitzt dabei ihre eigene Stimme, die durch entsprechende dialektale Ausdrücke und sprachliche Einfärbungen zusätzlich an Authentizität gewinnt.

Eine klare Leseempfehlung für dieses beeindruckende Familiengeschichte.