Ein Jahrhundertroman
Der Roman ist einfach und geradlinig geschrieben und geht chronologisch vor. Sie erzählt von einfachen, armen Menschen, von reichen Fabrikanten und Händlern, von gewalttätigen Vätern, von Frauen, die im Kindbett sterben, von Kindern und Erwachsenen. Schlicht und einfach, das Leben. Aber Ort und Zeit der Handlung sind das Sudetenland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Gebiet, in dem jahrhundertelang Sudetendeutsche und Tschechen friedlich neben- und miteinander gewohnt haben, untereinander geheiratet haben, sich in Zeiten der Not einander geholfen haben. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts das Gift des Nationalismus anfing, die Menschen zu entzweien. Wer ist Tscheche? Wer ist Deutscher? Der Familienname sagt noch nichts aus, denn da gibt es einen Eltern- oder Großelternteil, der der anderen Nationalität angehört. Das Leben wäre so schön, wenn nicht eifernde Mitbürger wären, wie der Lehrer Tomek auf der tschechischen Seite, oder Vinzenz Hollermann auf der deutschen Seite.
Der Roman widmet die einzelnen Kapitel der K.-u.-K Monarchie, Erster Weltkrieg, erste tschechoslowakische Republik, das deutsche Protektorat unter Heydrich, Zweiter Weltkrieg, sozialistische Tschechoslowakische Republik und Vertreibung der Sudetendeutschen.
In all diesen Epochen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfolgen wir die Einzelschicksale einer deutschen Familie - Hollermann, und einer tschechischen Familie, Honcu. Hinzu gesellen sich noch etliche andere deutsche und tschechische Familien. Sie heiraten untereinander, lieben sich, sind sich spinnefeind, verraten sich, übertreten Gesetze. In all dieser Zeit bleiben die tschechische Zdenka und die deutsche Anezka Freundinnen, obwohl sie so vieles zu trennen scheint.
Im Mittelpunkt steht das Dorf Benetzko, das in nur 40 Jahren so oft die Herrschaft wechselte: Habsburg, die Tschechischoslowakische Republik, Protektorat und wieder die Tschechoslowakische Republik. Dazwischen die zwei verheerenden Weltkriege. Als das Protektorat proklamiert wird und das Sudetenland “Heim ins Reich” geholt wird, führen sich manche deutsche Bürger als die Herrenmenschen auf, die Hitler ihnen einredete zu sein und unterdrückten und misshandelten die tschechische Bevölkerung. Wer nicht für sie war und nicht zackig genug die Hand zum Gruß streckte, war gegen sie und wurde als Feind diffamiert. Doch 2045 kam die Retourkutsche. Es wurden alle Deutschen des Landes verwiesen, auch wenn sie sich während der NAzi-Besatzung nichts hatten zuschulden kommen lassen. Einige wenige wurden zu Verbrechern, die Zeche mussten alle bezahlen. Und wie auch mit unzähligen anderen Nazi geschehen, gelang es auch den Sudetennazis sich in Deutschland ihrer Verantwortung zu entziehen und in Ehren und Würden weiter zu leben, als ob nichts gewesen wäre.
Während des Sudetendeutschen Tages, der jährlich zu Pfingsten in wechselnden Ortschaften abgehalten wird, wurde lange Zeit über die verlorene Heimat geklagt und Revisionsgedanken in politischen Reden gehegt und gepflegt. In den letzten Jahren immer weniger, weil die alte Garde langsam ausstirbt. Zudem kommen zunehmend auch Tschechen zu diesem Sudetentag. Horackovas Buch hat mir wieder einmal bestätigt, was im Sudetenland geschehen ist.
Ein anderer Schriftsteller, der auch aus dieser Gegend stammt, Otfried Preußler, hat im Buch “Die Flucht nach Ägypten. Königlich böhmischer Teil “ auch über den deutsch-tschechischen Zwist geschrieben und bedauert, dass selbst durch höhere Gewalt, wie die Mutter Gottes, keine Einigung möglich war.
Horackovas Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Jahrhundertroman. Ehrlich und ohne zu verschönigen oder verklären, schreibt sie über die Geschichte ihrer eigenen Familie und beleuchtet die komplexen historischen Hinter- und Beweggründe.
Der Roman widmet die einzelnen Kapitel der K.-u.-K Monarchie, Erster Weltkrieg, erste tschechoslowakische Republik, das deutsche Protektorat unter Heydrich, Zweiter Weltkrieg, sozialistische Tschechoslowakische Republik und Vertreibung der Sudetendeutschen.
In all diesen Epochen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfolgen wir die Einzelschicksale einer deutschen Familie - Hollermann, und einer tschechischen Familie, Honcu. Hinzu gesellen sich noch etliche andere deutsche und tschechische Familien. Sie heiraten untereinander, lieben sich, sind sich spinnefeind, verraten sich, übertreten Gesetze. In all dieser Zeit bleiben die tschechische Zdenka und die deutsche Anezka Freundinnen, obwohl sie so vieles zu trennen scheint.
Im Mittelpunkt steht das Dorf Benetzko, das in nur 40 Jahren so oft die Herrschaft wechselte: Habsburg, die Tschechischoslowakische Republik, Protektorat und wieder die Tschechoslowakische Republik. Dazwischen die zwei verheerenden Weltkriege. Als das Protektorat proklamiert wird und das Sudetenland “Heim ins Reich” geholt wird, führen sich manche deutsche Bürger als die Herrenmenschen auf, die Hitler ihnen einredete zu sein und unterdrückten und misshandelten die tschechische Bevölkerung. Wer nicht für sie war und nicht zackig genug die Hand zum Gruß streckte, war gegen sie und wurde als Feind diffamiert. Doch 2045 kam die Retourkutsche. Es wurden alle Deutschen des Landes verwiesen, auch wenn sie sich während der NAzi-Besatzung nichts hatten zuschulden kommen lassen. Einige wenige wurden zu Verbrechern, die Zeche mussten alle bezahlen. Und wie auch mit unzähligen anderen Nazi geschehen, gelang es auch den Sudetennazis sich in Deutschland ihrer Verantwortung zu entziehen und in Ehren und Würden weiter zu leben, als ob nichts gewesen wäre.
Während des Sudetendeutschen Tages, der jährlich zu Pfingsten in wechselnden Ortschaften abgehalten wird, wurde lange Zeit über die verlorene Heimat geklagt und Revisionsgedanken in politischen Reden gehegt und gepflegt. In den letzten Jahren immer weniger, weil die alte Garde langsam ausstirbt. Zudem kommen zunehmend auch Tschechen zu diesem Sudetentag. Horackovas Buch hat mir wieder einmal bestätigt, was im Sudetenland geschehen ist.
Ein anderer Schriftsteller, der auch aus dieser Gegend stammt, Otfried Preußler, hat im Buch “Die Flucht nach Ägypten. Königlich böhmischer Teil “ auch über den deutsch-tschechischen Zwist geschrieben und bedauert, dass selbst durch höhere Gewalt, wie die Mutter Gottes, keine Einigung möglich war.
Horackovas Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Jahrhundertroman. Ehrlich und ohne zu verschönigen oder verklären, schreibt sie über die Geschichte ihrer eigenen Familie und beleuchtet die komplexen historischen Hinter- und Beweggründe.