Familiensaga
Geteiltes Haus erzählt die Geschichte der Familie Hollmann über vier Generationen, von der Zeit vor dem Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Handlung spielt im Sudetenland und vermittelt einen authentischen Eindruck dieser bewegten und schweren Zeit. Das Buch ist gut recherchiert. Viele historische Hintergründe lassen sich bei Interesse leicht nachlesen. Die Sprache ist originell, spannend und erzählt die Geschichte auf eine frische Art. Die große Zahl an Figuren kann anfangs etwas herausfordernd sein, aber ich konnte den Überblick überraschend gut behalten. Statt einer glatten Literatursprache werden Dialekte und regionale deutsche Ausdrücke verwendet. Das macht den Roman für mich besonders authentisch und glaubwürdig. Am meisten beeindruckt hat mich, dass das Buch seine Figuren nicht verurteilt. Es zeigt ganz normale Menschen mit ihren Stärken, Schwächen und schwierigen Entscheidungen. Oft mussten sie handeln, ohne die Folgen zu kennen – und genau das macht deutlich, wie sehr einzelne Entscheidungen ein ganzes Leben verändern können. Ich habe die Geschichte der Familie Hollmann sehr genossen und kann dieses Buch allen, die historische Familiengeschichten mögen, empfehlen.