Familiensaga aus dem Sudetenland

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kat333 Avatar

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"Geteiltes Haus" von Alice Horáčková handelt von Familien aus dem Dorf Benetzko im Riesengebirge. Deutsche und tschechische Menschen leben dort Tür an Tür. Bis auf kleinere Streitereien, beispielsweise um die Sprache der Gottesdienste im Dorf oder welche Gruppierung die Mehrheit der Volkszählung erreicht, geht es relativ friedlich zu. Auch Liebschaften und Ehen zwischen den tschechischen und deutschen Dorfbewohnerinnen und Bewohnern sind keine Seltenheit. Die Autorin schildert in ihrem Buch die geschichtlichen Entwicklungen, unter anderem den ersten Weltkrieg, die Gründung der Tschechoslowakei, den zweiten Weltkrieg und schließlich die Vertreibung der Deutschen durch die Beneš-Dekrete. Mitten drin die Protagonistinnen und Protagonisten, unter anderem die Freundinnen Zdenka und Anežka - die eine bleibt in Benetzko, die andere muss Tschechien verlassen. Mir gefällt der chronologische Aufbau des Buches und die vielen verschiedenen Sichtweisen durch die Vielzahl an Protagonistinnen und Protagonisten. Jedoch hatte ich durch die eher nüchterne Erzählweise oft nicht das Gefühl, besonders mit den Personen mitzufühlen. Dadurch fühlten sich die über 700 Seiten doch teilweise eher lang an. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und würde es allen empfehlen, die sich wie ich für die Geschichte des Sudetenlandes interessieren.