historisch

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vigothelen Avatar

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Geteiltes Haus von Alice Horáčková, Erscheinungsdatum 19.08.2026 im Diogenes Verlag AG ,
Seitenzahl 740 , der Originaltitel ist Rozpůlený dům , übersetzt von Sophia Marzolff.

Dieser Roman ist zeitlich in sechs Phasen gegliedert, beginnend Jahre vor dem ersten Weltkrieg bis hinein in die Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges . Schauplatz ist das damalige Sudetenland .
Lange Jahre war dieses Gebiet Teil der Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn. Das friedliche Zusammenleben mit den Österreichern begann Risse zu bekommen, als nach dem Zusammenbruch die dort lebenden Deutschen sich für Österreich oder das Deutsche Reich entscheiden wollten. Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs schlugen die Region jedoch dem neu gegründeten Staat Tschechoslowakei zu.
Dieser geschichtliche Hintergrund wird in eindrucksvoller Weise von Alice Horáčková mit einigen Familien, ihren Verbindungen und Auseinandersetzungen mit Leben gefüllt. Ich als Leser werde mitgenommen in die Geschehnisse , lerne die verschiedenen Familien und Personen kennen und erlebe Zeitgeschichte hautnah. Unterschiedliche Personen kämpfen mit sich und anderen um die eigene Identität, wo gehöre ich hin, warum und was bedeutet das für mich. Immer wieder erlebt man ja in der Historie , dass friedlich zusammenlebende Menschen plötzlich genötigt werden, über die Identitätsfrage nachzudenken und damit auseinander dividiert werden.
Das Ganze ist in einer Sprache , die der Bevölkerung „aufs Maul schaut“ geschrieben , das ist großartig gelöst.
Das Zusammenleben von verschiedenen Nationalitäten im Sudetenland ist ein historisches Beispiel für viele Gegenden dieser Welt , wo die Betonung der Nationalität zu Konflikten führt. Immer wieder stellt sich mir die Frage, warum das für die Menschen ein Thema ist bzw. diesen als wichtig eingeredet wird. Das ist für viel Unheil auf dieser Welt verantwortlich.

Sicher ist das Thema dieses Romans nicht das Gängigste, aber es ist immer mal wieder sinnvoll, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Trotz der ungewohnten Namen bin ich relativ schnell in die Geschichte reingekommen. Die 740 Seiten waren dann auch nicht zu viel. Also traut euch, lest diesen Roman!