Wer historische Familienromane mit viel Tiefgang schätzt, wird an diesem Buch seine Freude haben.

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Mit knapp 750 Seiten ist Geteiltes Haus ein umfangreicher Familienroman, der mich in seiner Anlage an Thomas Manns Buddenbrooks erinnert. Im Mittelpunkt stehen mehrere Familien, deren Beziehungen sich über Jahrzehnte hinweg entwickeln und sich durch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts von Freundschaft zu Feindschaft verändern.

Besonders beeindruckt hat mich, wie eindringlich die Autorin das Leben der Menschen an der deutsch-tschechischen Grenze schildert. Sie zeigt, wie unterschiedlich die Identitäten der Bewohner waren und wie Nationalität, Politik und Krieg selbst engste Beziehungen zerstören konnten. Gerade die historischen Hintergründe machen deutlich, wie tief die Konflikte in den Alltag der Menschen eingriffen und welche tragischen Folgen selbst kleine Entscheidungen haben konnten.

Dass der Roman auf wahren Begebenheiten sowie auf umfangreichen Recherchen basiert, verleiht der Geschichte eine besondere Authentizität. Die historischen Ereignisse sind glaubwürdig und nachvollziehbar in die Handlung eingebunden. Auch der Sprachstil hat mir sehr gefallen: Er ist klar, angenehm zu lesen und die deutsche Übersetzung wirkt durchweg gelungen.

Allerdings ist das Buch aufgrund seines Umfangs und der Vielzahl an Figuren und Zeitebenen stellenweise etwas schwerfällig. Manche Abschnitte ziehen sich etwas in die Länge. Dennoch gelingt es der Autorin immer wieder, durch bewegende Schicksale und spannende Wendungen das Interesse aufrechtzuerhalten.

Insgesamt ist Geteiltes Haus eine eindrucksvolle und bewegende Familiensaga, die nicht nur unterhält, sondern auch ein wichtiges Stück deutsch-tschechischer Geschichte lebendig werden lässt. Wer historische Familienromane mit viel Tiefgang schätzt, wird an diesem Buch seine Freude haben.