Zerstörte Familien
Der Klappentext täuscht ein wenig, denn Anežka und Zdenka sind nicht die Hauptfiguren, sondern zwei von vielen Personen, die in dieser umfangreichen Chronik vorkommen. Wir begleiten das Dorf Benetzko über mehrere Generationen, Kriege und Staatsformen hinweg. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wo verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien? Durch das Gebirge? Durch das Dorf? Durch das Haus oder sogar durch Familien?
Alice Horáčková hat ein Familienepos geschaffen, dass die traumatischen Ereignisse der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts einfängt und dies weniger aus einer geschichtswissenschaftlichen, sondern sehr menschlichen Perspektive. Die Front, die Bereicherung an jüdischem Eigentum, Deportationen und Vertreibungen. Männer als verkommene Gestalten und ohnmächtige Frauen. Der Roman führt vor Augen, welche Folgen der politische Wahn des Nationalsozialismus auf Familien und Dörfer in Regionen wie dem Riesengebirge hat.
Die kurzen Kapitel lassen sich sehr gut lesen, die Sprache ist einfach aber präzise, dennoch bleiben einem die Figuren seltsam fern. Einige sind vom Charakter her etwas zu identisch geraten (z.B. Anežka und Zdenka). Andere verändern sich über den Verlauf der Geschichte sehr stark (z.B. Vinzenz Hollmann).
Alles in allem ein gelungener Roman, der ideal für einen Leseurlaub geeignet ist, denn es handelt sich um über 700 Seiten.
Alice Horáčková hat ein Familienepos geschaffen, dass die traumatischen Ereignisse der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts einfängt und dies weniger aus einer geschichtswissenschaftlichen, sondern sehr menschlichen Perspektive. Die Front, die Bereicherung an jüdischem Eigentum, Deportationen und Vertreibungen. Männer als verkommene Gestalten und ohnmächtige Frauen. Der Roman führt vor Augen, welche Folgen der politische Wahn des Nationalsozialismus auf Familien und Dörfer in Regionen wie dem Riesengebirge hat.
Die kurzen Kapitel lassen sich sehr gut lesen, die Sprache ist einfach aber präzise, dennoch bleiben einem die Figuren seltsam fern. Einige sind vom Charakter her etwas zu identisch geraten (z.B. Anežka und Zdenka). Andere verändern sich über den Verlauf der Geschichte sehr stark (z.B. Vinzenz Hollmann).
Alles in allem ein gelungener Roman, der ideal für einen Leseurlaub geeignet ist, denn es handelt sich um über 700 Seiten.