Zwei Welten

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herbstwindtraum Avatar

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Der Auftakt funktioniert für mich ganz gut. Die eingestreuten rumänischen Sätze der Eltern machen direkt eine zweite Welt auf, ohne aufdringlich zu wirken. Sie werden immer gleich übersetzt, aber der Klang und Rhythmus des Fremden bleibt doch erhalten.
Gut gelungen finde ich auch die Beiläufigkeit, mit der der Consulting-Alltag geschildert wird: die Kaffeemaschine, der Kampf um den Fensterplatz, die Podcast-News, das Fitness-Video im Hintergrund. Das hat Tempo und wirkt authentisch beobachtet, ohne dass es zu sehr erklärt wird.
Am stärksten ist für mich die Reibung zwischen den beiden Welten, die schon in diesem kurzen Ausschnitt klar spürbar wird: hier die durchgetaktete, anglizismen-gesättigte Bürowelt mit ihren Rebranding-Ideen und Beförderungsspielchen, dort die Mutter mit ihren Feiertagsritualen, der Sorge ums Krankenhaus und der Angst vor dem Vermieter. Die Szene mit der Kollegin an der Kantinenkasse und der eigenen Verweigerungshaltung der Erzählerin deutet zusätzlich eine Klassen- und Herkunftsspannung an, die über die reine Eltern-Tochter-Beziehung hinausgeht. Das macht neugierig, wie sich dieser Konflikt über den Roman hinweg entwickelt.