Blut ist dicker als Wasser
Einen gewaltigen Spagat vollführt Joana, die Bildungsaufsteigerin in Deutschland mit rumänischen Wurzeln wie die Autorin. Als studierte Berufseinsteigerin gnadenlos dem Konkurrenzdruck in der Firma ausgeliefert, sind ihre familiären Bande von Seiten der mittlerweile finanziell von ihr abhängigen Eltern nicht gerade von Verständnis geprägt. Noch weiter wird die Kluft bei einem Heimatbesuch anlässlich der Beerdigung ihres Großvaters, während dessen sie in ein Milieu eintaucht, in dem sie noch nie so richtig zu Hause war, geprägt von Aberglauben und naiver Frömmigkeit.
Die eingeschobenen Monologe der Heiligen auf den sprechenden Ikonen bringen das Archaische dieser Gesellschaft zum Ausdruck und kommentieren die Umstände mitunter leicht ironisch. Joanas innerliche Zerrissenheit fühlt man anhand der Dialoge unmittelbar mit - die Äußerungen der rumänischen Verwandten erscheinen mir Westeuropäer antiquiert und manchmal regelrecht absurd. Einerseits bereichern sich manche Verwandte regelrecht an Joanas Geld, bringen aber trotzdem die Verachtung ihrer leistungsorientieren Lebensweise skrupellos zum Ausdruck. Der geringe Lebensstandard im Heimatdorf irritiert Joana, aber noch mehr das intrigante Netz der Spitzel während der Diktatur, von dem sie jetzt erfährt. Ihre Anspannung, als sie verzweifelt im Laufe der Begräbnisfeier beruflich am Ball zu bleiben versucht, kann man förmlich mit Händen greifen.
Wer an einer Vorstellung darüber interessiert ist, was Menschen bewegt, die sich auf den weiten Weg zu uns begeben haben, um sich eine Zukunft aufzubauen und die dabei nebenbei noch unser BSP antreiben, sollte diesen erschütternden Roman lesen.
Die eingeschobenen Monologe der Heiligen auf den sprechenden Ikonen bringen das Archaische dieser Gesellschaft zum Ausdruck und kommentieren die Umstände mitunter leicht ironisch. Joanas innerliche Zerrissenheit fühlt man anhand der Dialoge unmittelbar mit - die Äußerungen der rumänischen Verwandten erscheinen mir Westeuropäer antiquiert und manchmal regelrecht absurd. Einerseits bereichern sich manche Verwandte regelrecht an Joanas Geld, bringen aber trotzdem die Verachtung ihrer leistungsorientieren Lebensweise skrupellos zum Ausdruck. Der geringe Lebensstandard im Heimatdorf irritiert Joana, aber noch mehr das intrigante Netz der Spitzel während der Diktatur, von dem sie jetzt erfährt. Ihre Anspannung, als sie verzweifelt im Laufe der Begräbnisfeier beruflich am Ball zu bleiben versucht, kann man förmlich mit Händen greifen.
Wer an einer Vorstellung darüber interessiert ist, was Menschen bewegt, die sich auf den weiten Weg zu uns begeben haben, um sich eine Zukunft aufzubauen und die dabei nebenbei noch unser BSP antreiben, sollte diesen erschütternden Roman lesen.