Ein Kampf genug zu sein

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jlrchtr Avatar

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Ein wirklich schönes und berührendes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Man begleitet Ioana auf ihrer Reise nach Rumänien und gleichzeitig auf eine Reise in die Vergangenheit.

Auf der einen Seite steht ihr Leben in Deutschland: Corporate Life, Abgabefristen, Pitches, Termine, Präsentationen und der ständige Anspruch, funktionieren und Leistung bringen zu müssen. Auf der anderen Seite stehen ihre Familie, damit verbundene Erwartungen und Verantwortungen mit kultureller Prägung. Ioana bewegt sich zwischen diesen beiden Welten und versucht, allen gerecht zu werden und dabei gleichzeitig ihren Platz zu finden.

Besonders gut hat mir gefallen, wie authentisch dieses Gefühl vermittelt wird. In beiden Welten hat Ioana das Gefühl, immer noch mehr leisten, noch mehr geben und irgendwie „genug“ sein zu müssen, nur auf ganz unterschiedliche Weise. Dadurch wirkt ihre innere Zerrissenheit sehr nachvollziehbar und gleichzeitig erstaunlich nahbar.

Eine Besonderheit des Buches ist die zusätzliche Erzählebene aus der Perspektive von Ikonenfiguren, die zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Gleichzeitig bietet sie einen interessanten Blick von außen auf Ioanas Geschichte. Durch sie erfährt man immer wieder Dinge aus der Vergangenheit oder Zusammenhänge, die die eigentlichen Handlung erklären. Dadurch bekommt die Geschichte zusätzliche Tiefe, auch wenn ich diese Erzählweise teilweise etwas befremdlich fand.

Der Schreibstil hat mich insgesamt sehr überzeugt. Die Geschichte ist emotional, ohne übertrieben ausgeschmückt zu sein. Gerade dadurch konnte ich mich gut in Jona hineinversetzen und den Druck, unter dem sie steht, wirklich nachempfinden.

Ein tolles Buch über Zugehörigkeit, Erwartungen und die Suche nach dem eigenen Platz.