"Gib mir alles" hat mir viel gegeben!
Von Cover und Klappentext her hat mich dieses Buch gar nicht angesprochen – doch die Leseprobe hat mich umso schneller von sich überzeugt. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, unter welchem Druck Ioana (im Büro: Johanna) steht: Fitnesschallenge, Businesspodcast, Wer-zuerst-da-ist-bekommt-den-Fensterplatz!, Pitches, Calls, Strategien und natürlich massenhaft Überstunden. Seit neustem auch noch ein Fleck an der Wand ihrer neuen Wohnung: der verschwindet doch von selber wieder, oder?
„Gib mir alles“ ist ein Debütroman, doch Alexandra-Maria Pipos Schreibstil wirkt überraschend ausgereift. Sie beherrscht das „show, don’t tell“: es gibt keine langatmigen Beschreibungen, sondern viele Hintergrundinfos, die sich organisch und nahtlos in den Text einfügen. Die Handlung prescht, ähnlich wie Ioana, zwar ständig voran, lässt sich aber trotzdem Zeit für Zwischentöne und näheres Hinsehen.
Es ist denn auch mehr die Umsetzung, die mich an diesem Roman begeistert, als die nicht gerade originell wirkende Story um Ioana, die für die Beerdigung ihres Großvaters nach Rumänien fliegt und sich dort mit ihren Verwandten, ihrer Herkunft und ihrem Platz im Leben auseinandersetzen muss.
Denn neben dieser Ich-Erzählung lässt die Autorin in Zwischenkapiteln Ikonen sprechen. Ikonen, die in Zimmern, Autos oder an Handgelenken hängen. Ein außergewöhnlicher, aber sehr geschickter literarischer Kniff, der neben Ioanas Ich-Erzählung noch andere Sichtweisen einbringt, die tief in verborgene Winkel und in die Vergangenheit ihrer Vorfahren blicken lassen.
Deshalb ist „Gib mir alles“ keine 08/15-Sinnfindungsstory mit Migrationshintergrund, sondern zeigt ein unglaublich komplexes Geflecht auf aus Erwartungen, Strukturen, Verbindungen, Nöten und obendrein noch verschiedenen Kulturen. Das ist nicht immer angenehm zu lesen, fühlt sich dafür jedoch sehr authentisch an, mitsamt den selten sympathischen, aber vielschichtigen Charakteren.
Vor allem aber endet dieser Roman nicht mit unglaubwürdigen Turbo-Entwicklungen und Heureka-Wendungen. Das mag für manche zu offen und unauserzählt wirken, ich hingegen finde das Ende genial. Kleine Andeutungen lassen Raum, Ioanas Geschichte weiterzudenken. Das wirkt nach.
„Gib mir alles“ hat mir als Leserin zwar nicht alles, aber definitiv mehr gegeben als erwartet. Deshalb von mir 5***** für dieses beeindruckende Debüt!
„Gib mir alles“ ist ein Debütroman, doch Alexandra-Maria Pipos Schreibstil wirkt überraschend ausgereift. Sie beherrscht das „show, don’t tell“: es gibt keine langatmigen Beschreibungen, sondern viele Hintergrundinfos, die sich organisch und nahtlos in den Text einfügen. Die Handlung prescht, ähnlich wie Ioana, zwar ständig voran, lässt sich aber trotzdem Zeit für Zwischentöne und näheres Hinsehen.
Es ist denn auch mehr die Umsetzung, die mich an diesem Roman begeistert, als die nicht gerade originell wirkende Story um Ioana, die für die Beerdigung ihres Großvaters nach Rumänien fliegt und sich dort mit ihren Verwandten, ihrer Herkunft und ihrem Platz im Leben auseinandersetzen muss.
Denn neben dieser Ich-Erzählung lässt die Autorin in Zwischenkapiteln Ikonen sprechen. Ikonen, die in Zimmern, Autos oder an Handgelenken hängen. Ein außergewöhnlicher, aber sehr geschickter literarischer Kniff, der neben Ioanas Ich-Erzählung noch andere Sichtweisen einbringt, die tief in verborgene Winkel und in die Vergangenheit ihrer Vorfahren blicken lassen.
Deshalb ist „Gib mir alles“ keine 08/15-Sinnfindungsstory mit Migrationshintergrund, sondern zeigt ein unglaublich komplexes Geflecht auf aus Erwartungen, Strukturen, Verbindungen, Nöten und obendrein noch verschiedenen Kulturen. Das ist nicht immer angenehm zu lesen, fühlt sich dafür jedoch sehr authentisch an, mitsamt den selten sympathischen, aber vielschichtigen Charakteren.
Vor allem aber endet dieser Roman nicht mit unglaubwürdigen Turbo-Entwicklungen und Heureka-Wendungen. Das mag für manche zu offen und unauserzählt wirken, ich hingegen finde das Ende genial. Kleine Andeutungen lassen Raum, Ioanas Geschichte weiterzudenken. Das wirkt nach.
„Gib mir alles“ hat mir als Leserin zwar nicht alles, aber definitiv mehr gegeben als erwartet. Deshalb von mir 5***** für dieses beeindruckende Debüt!