Leistungsdruck, Identitätsverlust und innere Zerrissenheit

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annnna97 Avatar

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Dieser Debütroman war mitreißend und berührend. Die Protagonistin Ioana steht unter enormen Leistungsdruck durch die Arbeit und hat eigentlich keine freie Minute. Sie ist extrem ehrgeizig und diszipliniert, fast schon verbissen. Gleichzeitig muss sie sich auch um ihre Familie in Rumänien kümmern. Als ihr Großvater stirbt und sie für die Beerdigung nach Rumänien in die Heimat ihrer Eltern reisen muss, aber gleichzeitig auf der Arbeit nichts verpassen will, wird sie endgültig auf die Probe gestellt.
Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, denn es ist sehr direkt und roh geschrieben, aber auch gefühlvoll. Man kann sich gut in Ioana hineinversetzen und mit ihr mitfühlen.
Die Beschreibungen der Familie in Rumänien sind auch sehr gelungen. Es wirkt alles authentisch und lebendig. Besonders an dem Roman ist, dass zwischendurch immer wieder auch aus der Perspektive von Ikonenfiguren erzählt wird, was mich am Anfang ein bisschen irritiert hat, dann aber doch die Geschichte gut ergänzt hat.
Der Roman spricht viele spannende Themen an, wie Migration, Identität, Aberglaube, Religion, familiäre Zerwürfnisse, Trauer, Krankheit und noch viel mehr, sodass eine wirklich tiefgründige und komplexe Geschichte erzählt wird, aber gleichzeitig war es ein bisschen zu viel für mich und man hätte sich vielleicht auf einige Aspekte mehr konzentrieren können.
Insgesamt hat der Roman mir gut gefallen und ich würde ihn auf jeden Fall weiterempfehlen.