Mein Leben und das meiner Familie

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So wie der Titel lautet, lebt Ioana ihr Leben: Bei der Arbeit, bei den Eltern, beim Sport – immer versucht sie, alles zu geben, denn viele Erwartungen liegen auf ihr nach der Flucht aus Rumänien.

Als ihr Opa in der alten Heimat stirbt, muss sie zur Beerdigung fahren, obwohl in ihrer Consultingfirma eine wichtige Abgabe und Kundengespräche anstehen. Noch dazu geht es gerade darum, ob sie (oder ihr Kollege) befördert wird.

In Rumänien, wo sie schon seit Jahren nicht mehr war, kommen alte Erinnerungen und Geschichten (wieder) hoch, die sie verdrängt oder noch nicht gekannt hat. Das ganz andere Leben dort mit seinen Sitten und Zwängen lässt sie nicht zur Ruhe, aber auch nicht zum Arbeiten kommen. Und langsam verändert sich etwas in ihr.

Die Autorin legt mit diesem, so authentisch wirkenden Roman ein kraftvolles Debüt hin. Man kann die Gedanken, Gefühle und Handlungen der Protagonistin wunderbar nachvollziehen, auch wenn es vielleicht nicht die eigenen sind. Die Erzählperspektive in der Ich-Form nimmt einen ganz mit hinein in ihre Figur.

Ein Gegengewicht dazu sind die eingestreuten Kapitel, in denen die Ikonen uns ihr Wissen aus der Beobachtung heraus erzählen und man ahnt, was dies für Ioanas Familie bedeutet und bedeutet hat, noch dazu, wo über so vieles nicht gesprochen wurde und wird. Diese besondere Idee – auch gerade hier, in Rumänien, wo das Thema orthodoxer Glaube eine so große Rolle für viele spielt – verknüpft Vergangenheit und Gegenwart in wunderbarer Weise.

Ein durch und durch beeindruckendes Debüt! Unbedingt lesen!