Tiefgründig, aber m.M.n. mit verschenktem Potential

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jille Avatar

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Irgendwie haben wir uns doch alle schonmal in einer Situation befunden, in der man sich fühlte, als müsse man sich eigentlich in der Mitte teilen, um alles bewerkstelligen zu können. Und auch wenn der Begriff "Work-Life-Balance" an sich doch relativ neumodisch ist, es ist ein Thema, das schon lange brodelt. Wenn dann auch noch eine gefühlte Zerrissenheit über die Frage "Wo bin ich eigentlich heimisch ?" dazukommt, kann das schon ganz schön nervenaufreibend sein. So geht es auch Ioana ( oder wie sich sich für ihr "deutsches Umfeld" nennt "Jojo"/"Johanna"), die als Hauptperson an sich ganz passabel ausgearbeitet ist und die die Grundidee/den Grundkonflikt des Buches auch gut transportiert. Trotzdem bin ich irgendwie nicht so richtig in einen Lesefluss gekommen. Das mag zum einen am Sprachstil, der gerade im frühen Verlauf der Geschichte schon sehr arg von einer Art "Business-Deutsch" geprägt ist, liegen, vorwiegend aber haben es die Einwürfe der "Heiligen" einfach schwer gemacht wirklich dranzubleiben. So interessant dieser Perspektivwechsel auch gedacht sein mag, dieser Blick von außen als Unterbrechung der durchgehenden Ich-Perspektive hat es für mich persönlich schwer gemacht wirklich mit Ioana mitzufühlen. Und gerade in Passagen, die dann allgemein nicht so fesselnd oder teilweise auch (ohne zu viel zu verraten) echt absurd waren, hat das die Motivation weiterzulesen leider nicht gerade gesteigert.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es ein lesenswertes Buch für all diejenigen ist, die Literatur mit Fokus auf Herkunft, Familie, die Zerrissenheit zwischen Kulturen und dabei aber auch eine nicht zu vernachlässigende Portion Religiösität mögen. Für mich hätte es, insbesondere am Ende noch deutlich mehr Potential gegeben, eben auch weil zwischendrin auch mal echt gute Ansätze lauern, die dann zumeist aber leider auf der Strecke gelassen werden.