Wenn selbst der eigene Name verhandelbar wird
Ioana ist gerade in ihre eigene Wohnung gezogen, mitten im Aufbau eines eigenen Lebens neben der Arbeit, als ihr Großvater stirbt und sie nach Rumänien fliegt.
Sie ist sympathisch, aber anstrengend in der Art, wie sie alles unter Kontrolle halten will – neben der Arbeit auch noch eine Sportchallenge. Man denkt: Lass doch mal los. Bis man merkt, woher der Druck eigentlich kommt – und dass es nicht nur um sie geht.
Selbst bei der Beerdigung ist sie nicht wirklich da. Schielt aufs Handy, prüft die Internetverbindung, denkt an die Deadline, an die Mail, die noch kommen könnte. Deutschland lässt sie nicht los, nicht mal am Grab ihres Großvaters.
Ihre Arbeit verlangt ständige Verfügbarkeit. Konkurrenz überall, zwischen den Männern, aber auch zwischen den Frauen, obwohl es erst nach Solidarität aussieht. Ioana erzählt niemandem, warum sie wirklich nach Rumänien gefahren ist, und verliert dadurch eine Kollegin, aus der eine Freundin hätte werden können – weil sie Angst hat, dass man ihr in der Zwischenzeit den Rang abläuft.
In Deutschland hat sie sich klein gemacht, um nirgendwo anzuecken. Sogar ihren Namen hat sie angepasst – ihre Kolleg:innen kennen sie als Johanna, der Einfachheit halber. Anscheinend will sie niemandem zur Last fallen, nicht mal mit der Aussprache ihres Vornamens. Dazu die Erwartungen der Eltern, die für sie nach Deutschland gegangen sind, für die sie als Kind schon das Sprachrohr war, weil sie schneller Deutsch lernte als sie. Jetzt sind sie finanziell auf sie angewiesen, und es scheint keinen Ausweg zu geben, ohne dass ihre Familie bis nach Rumänien hinein darunter leidet.
Und während sie so zwischen zwei Welten hängt, wird um sie herum anders geredet. Viel über Tod, viel über Krankheit, wer krank ist, wer gestorben ist, wie lange jemand aufgebahrt wird, ob noch Platz ist auf dem Friedhof. Grotesk erzählt, mit einem Augenzwinkern – man schmunzelt, mitten im Ernst der Themen.
Immer wieder, zwischen den Kapiteln, kommen die Ikonen zu Wort – die Heiligen, die in Rumänien verehrt werden. Sie wissen mehr als Ioana selbst. Über die Familie, über das, was nicht ausgesprochen wird, aber unter allem schwelt – häusliche Gewalt, fast normal, nie offen benannt.
Sie ist sympathisch, aber anstrengend in der Art, wie sie alles unter Kontrolle halten will – neben der Arbeit auch noch eine Sportchallenge. Man denkt: Lass doch mal los. Bis man merkt, woher der Druck eigentlich kommt – und dass es nicht nur um sie geht.
Selbst bei der Beerdigung ist sie nicht wirklich da. Schielt aufs Handy, prüft die Internetverbindung, denkt an die Deadline, an die Mail, die noch kommen könnte. Deutschland lässt sie nicht los, nicht mal am Grab ihres Großvaters.
Ihre Arbeit verlangt ständige Verfügbarkeit. Konkurrenz überall, zwischen den Männern, aber auch zwischen den Frauen, obwohl es erst nach Solidarität aussieht. Ioana erzählt niemandem, warum sie wirklich nach Rumänien gefahren ist, und verliert dadurch eine Kollegin, aus der eine Freundin hätte werden können – weil sie Angst hat, dass man ihr in der Zwischenzeit den Rang abläuft.
In Deutschland hat sie sich klein gemacht, um nirgendwo anzuecken. Sogar ihren Namen hat sie angepasst – ihre Kolleg:innen kennen sie als Johanna, der Einfachheit halber. Anscheinend will sie niemandem zur Last fallen, nicht mal mit der Aussprache ihres Vornamens. Dazu die Erwartungen der Eltern, die für sie nach Deutschland gegangen sind, für die sie als Kind schon das Sprachrohr war, weil sie schneller Deutsch lernte als sie. Jetzt sind sie finanziell auf sie angewiesen, und es scheint keinen Ausweg zu geben, ohne dass ihre Familie bis nach Rumänien hinein darunter leidet.
Und während sie so zwischen zwei Welten hängt, wird um sie herum anders geredet. Viel über Tod, viel über Krankheit, wer krank ist, wer gestorben ist, wie lange jemand aufgebahrt wird, ob noch Platz ist auf dem Friedhof. Grotesk erzählt, mit einem Augenzwinkern – man schmunzelt, mitten im Ernst der Themen.
Immer wieder, zwischen den Kapiteln, kommen die Ikonen zu Wort – die Heiligen, die in Rumänien verehrt werden. Sie wissen mehr als Ioana selbst. Über die Familie, über das, was nicht ausgesprochen wird, aber unter allem schwelt – häusliche Gewalt, fast normal, nie offen benannt.